Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Rufschädigend für Hansestadt

05.08.2013, Kay Böttner

Aus gegebenem Anlass möchte ich mir in dieser Form meiner Entrüstung über das Fehlverhalten einiger Mitbürger in unserer Stadt, in unserem Land, Luft machen. Am 1. August 2013 mußte ich einen Polizeieinsatz veranlassen, um den Eingangsbereich unseres Büro- und Mietshauses beräumen zu lassen. Dieser relativ stark frequentierte Bereich wurde von zwei Personen im stark betrunkenen Zustand blockiert. Gutes Zureden, den Bereich frei zu machen, wurde mit verbalem Anpöbeln und Drohungen beantwortet. Den hinterlassenen Restmüll hatte ich dann selbst beräumt. Einen Tag später sitzen genau die gleichen Personen im gleichen Zustand auf der anderen Straßenseite unserer Lübschen Straße, im Schatten des Altstadtbereiches und lösen einen Rettungswageneinsatz aus. Belästigen im betrunkenen Zustand Passanten und Urlauber verbal und tragen so weithin sichtbar und hörbar zur Rufschädigung gegenüber auswärtigen Besuchern unserer Hansestadt bei. Da frage ich mich schon, wer bezahlt die beiden Einsätze der Herren, welche nun wiederholt unseren Innenstadtbereich eigentlich sozial schädigen? Wieso greifen hier unsere Ordnungshüter, denen vorgelagert unsere Politik, nicht durch. Da sind auch unsere Politessen nicht mehr zu sehen, ähnlich ja auch beim Vorgehen gegen auffällige Hundehalter. Muss ich mir als steuerzahlender Bürger, der jeden Morgen rechtzeitig aufsteht und versucht der Wertschöpfung unseres Landes seinen positiven Beitrag zu leisten, ein solches assoziales Verhalten gefallen lassen? Mir war schon klar, dass unsere Polizei andere Aufgaben zu erfüllen hatte, genauso der Rettungsdienst. Aber fasse ich einen solchen Kandidaten selbst an, um mir mein Recht zu verschaffen, laufe ich doch offensichtlich in diesem Lande Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Da stellen sich dann die Gutmenschen mit ihrem sozialromantischen Vorstellungen und Verhalten noch vor ein solches Auftreten und suchen nach positiver Rechtfertigung. Unser Rechtssystem bewilligt dann dafür noch steuerliche Mittel, damit eine solche Person im Nachgang einen PKH-Antrag (Prozesskostenbeihilfeantrag) stellen könnte, um gegen den eigentlich rechtlich richtig Handelnden angewandt zu werden, der vielleicht nur versucht hat selbst zu handeln und unsere Ordnungskräfte für die wichtigen Aufgaben zu belassen. Sollten wir nicht endlich dazu übergehen, unsere Gleichgültigkeit abzulegen? Ich hoffe, so zu allen Gleichdenkenden zu sprechen und ich bin nicht politisch arrangiert. Wohin auch, bei diesem ganzen Einheitsbrei. Bloß niemanden wehtun, es könnten ja Wählerstimmen verloren gehen. Vielleicht bezieht ja zum dargestellten Sachverhalt jemand aus der amtierenden Politik konkrete Stellung und versucht hier nicht die soziale Hängematte über die angesprochenen Sachverhalte zu legen? Ich bin für jede Kritik an meinem Leserbrief offen.

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