Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Rostocker Hafenbetrachtungen

06.05.2014, Hermann Cziwerny

Ein kleiner Schlepper ragte mit seinem Schornstein über die Kaikante und das Rostocker Räucherschiff, ähnlich einer kleinen Arche Noah, und erfreute die Spaziergänger.

Große attraktive Schiffe, die ein maritimes Hafenbild darstellen, gibt es längst nicht mehr. Die »Stubnitz«, das letzte Schiff der Rostocker Hochseefischerei, die »Büchner« und der Eisbrecher »Stefan Jantzen«, die zurecht auf den historischen, maritimen Charakter unserer Hafenstadt hingewiesen hatten, sind aus den unterschiedlichsten Gründen wohl alle Vergangenheit.

Weitab vom Zentrum der Stadt, am Rande der IGA, liegt oder dümpelt unser Rostocker Schatz, allen voran der »Lange Heinrich« und vor allem unser »Traditionsschiff«.

Die IGA, mit hohen finanziellen Aufwand aus dem Boden gestampft und noch lange nicht abbezahlt, kann zweifelsfrei eine Attraktion für Gartenfreunde werden, hat aber mit unserer maritimen Tradition jetzt nicht und auch in Zukunft rein gar nichts damit zu tun.

Die Hanse Sail mit ihren stolzen und bunten Schiffen hat als nationales und internationales Großereignis Rostock einen guten Namen gemacht. Das allerdings nur für vier Tage im Jahr. Danach lichtet sich der Stadthafen wieder zurück in die gähnende Leere.

Die Mehrheit der Rostocker Bürger wünscht sich im Stadthafen eine interessante, maritime Meile mit interessanten Ausstellungen, ein Plätzchen zum Verweilen und ein bisschen Gastronomie. Die Schiffe der Hanse Sail werden immer noch genügend Platz finden. Es ist sicher, dass sich unsere historischen Riesen und die Segelschiffe gut vertragen werden und die Veranstaltung sogar noch attraktiver machen.

Alle diese Fakten werden von der Rostocker Bürgerschaft ignoriert. Ein mögliches Bürgerbegehren, diverse positive Umfragen zum Einrichten einer maritimen Meile, die gemeinsame Position des maritimen Rates als Sprecher aller Fahrensleute für einen maritimen Stadthafen, werden durch die Bürgerschaft permanent niedergeschmettert. Starke Kräfte, die scheinbar mit der IGA liiert sind, geben alles um einen Umzug der Schiffe zu verhindern.

Die von uns gewählte Bürgerschaft, also unsere Interessenvertretung, ignoriert ein Mitbestimmungsrecht der Bürger. Bekannte Einzelpersonen, die grundsätzlich gegen alles sind, profilieren sich dabei besonders stark.

Bürger aus anderen Hafenstädten schütteln nur den Kopf über das Rostocker Theater (darüber möchten wir schon gar nicht mehr sprechen).

In wenigen Wochen findet die neue Bürgerschaftswahl statt. Bürger von Rostock, nützt eure Chance! Wir wollen und müssen wählen!

Im Auftrag der Arbeitsgruppe Traditionspflege Rostocker Hochseefischerei

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