Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Rostocker Großprojekte

08.11.2018, H. Pietschmann, Gehlsdorf

Grüne wollen Großprojekte stoppen und das mit Unterstützung des »Stadtschülerrates«. Das las man diese Woche in der Tagespresse und war doch gleich an den Bürgerentscheid zum »Tradi« im vergangenen Jahr erinnert. Da hatte der von Frau Jens (CDU) bestellte IGA-Sachverständige Hallier Verholungskosten von 10 Millionen zusammenfabuliert. Der damalige SPD-Bundestagskandidat Christian Reinke brachte als Mitglied im Schul- und Sportausschuss dann noch zusätzlich den »Stadtschülerrat« in Front. Dessen Vorsitzender Leo Radloff wurde für ein Foto neben Frau Jens mit dem Aufruf »10 Millionen für die Schulen« gestellt und eine anschließende Plakataktion der SPD bediente sich auch dieses Arguments. Nun will Herr Flachsmeyer »Großprojekte stoppen« und wieder wird dazu der Stadtschülerrat bemüht. Vergangenes Jahr war zu lesen, dass dem Jugendlichen Radloff von der SPD eine Zukunft als Politiker in Aussicht gestellt wurde. Hat die neue Vorsitzende des Schülerrates Caro Freitag auch derartige Avancen der »Grünen« erhalten? Es ist einfach nicht zu fassen, wie hier Jugendliche benutzt werden, eine »Außerparlamentarische Opposition« mit (aus deren Sicht gutgemeinten) Totschlagargumenten aufzubauen. Sicher kann man nicht von Kindesmissbrauch sprechen, da es sich um Jungerwachsene handelt. Aber hat man ihnen erzählt, welch immenser Verwaltungsaufwand nötig war, um die zugesagten Fördermittel zu bekommen? Dass Fördermittel nur zweckbestimmt und zeitbefristet ausgelobt und vergeben werden? Und auch der Finanzsenator wird zitiert, dass der Verwaltungsneubau im Nordwesten oder Nordosten »die Stadtteile aufwerten« würde. Alle Stadtteile haben doch wohl Ortsämter für ihre Bürger. Was soll eine Verwaltungskaserne für sie an Nutzen bringen? Und ein neuer Bürgerschaftssaal in Dierkow oder Lichtenhagen statt am Rostocker Rathaus, das ist nun wohl das allerletzte, was man sich vorstellen könnte. Wenn eine Zentralisierung der Stadtverwaltung am Rathaus möglich und förderfähig ist, dann sollte es darüber keine abwegigen Diskussionen geben. Dies als alleinigen und einsamen Wunsch des scheidenden OB darzustellen ist einfach unter der Gürtellinie.

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