Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Revolution?

13.05.2019, Hartwig Niemann, Rostock

 

Wer heutzutage nach einer Revolution ruft hat nichts begriffen. Wie soll das ablaufen, sollen wir das, was 1989 nicht geschehen ist jetzt nachholen. Sollen wir uns gegenwärtig die Köpfe einschlagen. Ich bin froh darüber, dass die alte Politgarde durch den Willen des Volkes in Form eine „Friedlichen Revolution“ beendet wurde.

Als junger Mensch, der den Zweiten Weltkrieg in Wismar überlebte (12 Bombenangriffe), habe ich mich nach einer qualifizierten Schulbildung und Berufsausbildung als Stahlschiffbauer in der Mathias Werft grundsätzlich für die Politik der DDR entschieden. Geprägt wurde diese Entscheidung insbesondere durch die die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Für mich war das der Grund auf die eigene Fahne den Slogan zu schreiben: Nie wieder Krieg – nie wieder Krieg mit Rußland. Diesem Slogan bin ich bis heute treu geblieben.

Was mich persönlich zutiefst erschüttert hat, war das Verhalten des damaligen 1. Mannes im Staat Erich Honecker. Alles gehörte doch schon dem Sozialismus: LPG, VEB, Kombinate und und…Die Produktionsmittel befanden sich doch in der Hand des Volkes. Was also sollte das alte „Geschreie „ nach dem Sieg des Sozialismus.

Wenn sich jemand hinstellt und im Zusammenhang mit der „Friedlichen Revolution“ noch vom „ Sieg des Sozialismus“ schwafelt, während hinter seinem Rücken alles bergab geht, ist in meinen Augen ebenfalls eine Persönlichkeit, die nichts begriffen hat.

Natürlich war das politische Geschehen in den 40 Jahren DDR täglich von der Motivation Ost-gegen West geprägt, das setzt sich gegenwärtig ja auf einer ganz anderen Stufe durch die Drohung des Einsatzes von Atombomben fort. Sollten es zu einem Einsatz dieser Teufelswaffe kommen, dann ist sowie so Schluss mit „Lustig“. Dann, das steht fest, kommt keiner mehr dazu noch ein „Vater unser“ zu beten. Dann spielt es keine Rolle mehr, wer im Besitz der Produktionsmittel ist.

Eine Revolution lehne ich kategorisch ab. Es geht darum mit Vernunft durch harte Auseinandersetzungen politisch klug zu reagieren, um den politischen Spinnern zu zeigen wo der Hammer hängt. Wenn dann noch Artikel 146 des Grundgesetzes Wirklichkeit wird und es endlich eine neue Verfassung - im Namen des Volkes gibt – wird das politische Geschehen zwischen Ost- und West endlich wieder in eine Bahn gelenkt, die das Zusammengehörigkeitsgefühl in Deutschland stärken wird.

Und noch einmal: Nie wieder Krieg!

 

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