Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Rettung von Flüchtlingen

09.07.2019, Dr. Hans Bomke, Schwerin

Eine junge deutsche Kapitänin wurde in Italien verhaftet, weil sie 40 Migranten nach mehr als zwei Wochen auf dem Mittelmeer unerlaubt an Land brachte. Dafür erhielt sie Vorwürfe, aber auch Unterstützung, u.a. vom Außenminister und vom Bundespräsidenten der Bundesrepublik sowie vom Verband Deutscher Kapitäne. Die Kapitänin habe Angst gehabt und Suizide befürchtet und deshalb verzweifelt so gehandelt. Das zeugt von Courage und Menschlichkeit, meine ich. Der Vorgang erinnert mich an das Schicksal des mit jüdischen Flüchtlingen voll belegten Schiffes, das der deutsche Kapitän Schröder nach Amerika bringen wollte. Kubanische, US-amerikanische und kanadische Häfen verweigerten die Anlegeerlaubnis. Das Schiff musste zurück nach Europa. Dort drohte der Kapitän verzweifelt, wegen verweigerter Aufnahme der Schutzsuchenden das Schiff auf Grund zu setzen. Erst dann durfte er in holländischen und anderen Häfen anlegen. Dieser Vorgang in der NS-Zeit wurde später auch verfilmt. Schlimm finde ich, die Seenotretter sogar als »Kriminelle« hinzustellen. Wie sind die damaligen westdeutschen Schlepper (»Fluchthelfer«) zu nennen, die bei der Hilfe für DDR-Flüchtlinge sogar vor der Tötung von ostdeutschen Grenzsoldaten wie z.B. Egon Schultz nicht zurückschreckten?

Dr. Hans Bomke, Schwerin

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