Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Resümee vergangener Wahljahre

01.09.2011, J. Mante

Das Fatale an den demokratischen Wahlen ist die Beeinflussbarkeit der Wähler. Viele folgen den Wahlversprechungen, den lächelnden Wahlplakaten oder den vielfachen Selbstdarstellungen mit Foto in den Zeitungen, statt die Leistungen der vergangenen Jahre zu bewerten. Jeder vermeintlich schuldenfreie Bürger hat heute 22.000 Euro Schulden durch die Aktivitäten der Politiker, die ungefragt im Namen der Wähler endlos Kredite zeichnen. Statt Rückzahlung weitere Schulden zu Lasten der Wähler, der Kinder und Enkel – ein endloses Haftungsszenario für die noch ungeborenen Kinder. Das hat schon Mafiosi-Merkmale. Kein Politiker würde persönlich mit seinem Geld und Krediten so umgehen. Somit ist diese Schuldenentwicklung für die Wähler eines Staates vorsätzlich und dem Geltungsbedürfnis der Politiker geschuldet. Ihren Klagen über Geldmangel für Bildung, Straßenbau u.a. stehen viel Unfug und Verschwendung im Großen wie im Kleinen gegenüber, die die Finanzkrise ausgelöst haben. Aber auch Unfug in den selbstständigen Gemeinden. Eine Betonfläche von 600 m2 wurde in Steinhagen grundlos, nur zur Beschäftigung von ABM-Kräften, aufgebrochen und auch die Trümmer einer von der Gemeinde eingerissenen Scheune auf insgesamt 1100 m2 im Wohnbereich so liegengelassen – über 10 Jahre! Andere Bürger folgten diesem Beispiel und brachten ihren Müll dazu. Welcher Gemeinderat beschließt eine Bauschutt-Müll-Lagerung im Wohnort? Das ist einmalig in Deutschland und kaum ein Grund zur Fröhlichkeit auf Wahlplakaten, eher eine Sache für den Staatsanwalt im Großen (Finanzkrise) wie im Kleinen.

Eine Bürgerinitiative bemühte sich um die Bauschuttbeseitigung über sieben Jahre vergeblich bei den Ämtern und der Kreisverwaltung. Erst die Landesregierung gab Unterstützung und ließ den Großteil der gut 250 m3 Bauschutt abfahren. Für das Ordnungsamt bestand »keine akute Gefahr« und die Kreisverwaltung schützte die Verursacher von Trümmerflächen im Wohnbereich.

Wählen wie bisher? Die CDU hat hier immerhin Zusammenhalt bewiesen, vom Gemeindeamt bis zur Kreisverwaltung –andere sehen darin Parteienfilz. Was erwarten die Wähler von ehemaligen SED-Genossen, die nach der Wende plötzlich christliche Werte vertreten wollen (CDU)? Blühende Landschaften auf über 1.100 m2 Trümmerfläche sind nicht vorstellbar. Anderenorts gibt es einen Fördermittelbescheid von 576.000 Euro plus 110.000 Euro zur Pflege des traditionellen Handwerkes (Schmied, Lehmbau, u.a.), in einem abgelegenen Ort (Parow). Welch ein Luxus!

Die Schuldenlast des Staates ist erheblich. Einige andere Staaten wanken und müssen »gesäugt« werden, ohne dabei weiteren Schlendrian zu unterstützen. Ob dies bei einigen Staaten Erfolg hat oder nur die Altschuldenlast bedient, wird mit ehrlichen Daten belegbar sein.

Einer der kritisierten Sesselstrategen wünschte kürzlich einen »schönen Sonntag«. Unaufrichtigkeit ist wohl ein gemeinsames Merkmal vieler Politiker. Aufrichtigkeit und Sachkenntnis sollten wir wählen, Politiker, die das kleine Einmaleins des Lebens kennen und kein krankhaftes Geltungsbedürfnis zeigen. Die Erfahrung zeigt: Neue Parteien sind geboten, die nicht sich, sondern dem Land dienen.

Res. auf Platt: Falsche Lüt un lege Snut’n bliew’n am besten butn!

 

 

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