Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Remmidemmi ohne Ende

06.09.2011, Anonym, Schwerin (Name dem Verlag bekannt)

Wir wohnen mitten in Schwerin - im „Einzugsgebiet“ des Schlosses, des Alten Gartens, der Freilichtbühne und des Eingangsbereiches am Buga-Platz.

Grundsätzlich genießen wir es, mitten drin zu sein. Doch vor allem in diesem Sommer nimmt die Vielzahl von Veranstaltungen mit unnötig überhöhter Lautstärke Dimensionen an, die nicht mehr normal sind. Zusätzlich schallen noch aus dem Yachtclub bis tief in die Nacht (ungenehmigte) Veranstaltungen in ohrenbetäubender Lautstärke über den See in die Innenstadt. Dann gibt es noch die ein oder andere überlaute Privatparty im Nachbarbereich.

Da fällt es schwer, mal Ruhe zu haben, gemütlich auf dem Balkon zu sitzen und nicht von irgendeiner „Party“ beschallt zu werden. Natürlich inklusive Feuerwerk. Keine Veranstaltung in Schwerin ohne Feuerwerk.

Hier gilt überhaupt das Motto: Nur was richtig laut ist, ist toll!

Heute, 6.9.2011 „gastiert“ seit mittags irgendeine Musikveranstaltung sehr wahrscheinlich Richtung Freilichtbühne. Natürlich wieder „volle Pulle“. Anders geht’s nicht.

Ebenso wie die „Nachtlauf“-Veranstaltung vor einigen Monaten, da wollten wir bei Freunden in der Nähe des Pfaffenteiches einen gemütlichen Abend miteinander verbringen – unmöglich, weil die „Moderatoren“ uns unnötig, ich betone, unnötig, überschrien. Und das ziemlich weit entfernt von Start und Ziel. Es setzte beim Schloss-Schwimmen fort, da waren wir wieder in unserem zu Hause.

Es ist genauso am Drachenbootwochenende. Wir wagten uns Samstagabend zur Siegerehrung so ca. 10, 15 Meter vor die Bühne. Auch dort war es einfach nur laut. Die Cleveren hatten Ohrstöpsel drin. Sehr durchdacht, weil auch der Mann am Regler, bewiesen durch mehrere „Quietscheinlagen“, so als ob ein Zug bremst, noch übte.

Am vergangenen Sonnabend gab es die vorläufige „Krone des Kraches“. Das Ende des Gartensommers. Es sang eine Operndiva. So laut, dass sie locker am Totendamm zu hören war. Meistens gleichzeitig in Konkurrenz mit einer Jazz-Band. Das war so, als wenn man im Radio zwei Sender gleichzeitig erwischt hat. UNERTRÄGLICH. Mal früh ins Bett. Keine Chance. Fenster zu, beim dem schwülen Wetter eine schlechte Idee. Kurz versucht einzuschlummern, weil wir am Sonntag früh rausmussten. Ein Fehlschlag. Den spätestens beim obligatorischen Feuerwerk steht man wieder im Bett. Aussicht auf Ruhe, wenn es endlich vorbei ist. Weit gefehlt, danach erst eine Ansage, dann spielte eine Band weiter…

 

Wer genehmigt diese Veranstaltungen IN DIESER LAUTSTÄRKE?

 

PS: Mal rundherum gefragt, nervt es nicht nur uns. „Es ändert sich ja doch nichts“, ist die resignierende Meinung der Gequälten im Umfeld.

 

 

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