Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Referendum

08.07.2015, Dr. H. Bomke, Schwerin

Aufgrund der ungerechten Spar- und Reformvorgaben an die griechische Regierung ließ diese ein Referendum durchführen. Natürlich »dürfe« sie das, hieß es dazu aus Brüssel, Paris und Berlin. Kaum lag das eindeutige Ergebnis vor, war die Abneigung in den Kommentaren der Politiker Schulz, Kauder, des Polen Tusk und anderer Scharfmacher nicht zu überhören. Die Griechen hatten ein deutliches Signal gegeben: Das Land braucht Reformen, aber keine Suppenküchen. Die Mitentscheidung des Volkes bedeutet schließlich »Demokratie«. Um 640 bis 560 v.u.Z. lebte der Athener Gesetzgeber Solon. Auch er ließ das Volk mitentscheiden, erließ Schulden und brach die Vorrechte des Adels. Das Referendum vom 5. Juli zeigt, dass die Demokratie noch lebt. Die Gegner möchten das Ergebnis als »Orakel von Athen« herabsetzen. Meines Wissens bedeutet »Orakel« der Ort, an dem Götter dunkle, mehrdeutige Weissagungen erteilen. Nein, das Ergebnis vom 5. Juli war eindeutig, gut 61 Prozent hatten mit »Nein« zum weiteren Sozialabbau gestimmt.

Dr. H. Bomke, Schwerin

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