Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Redet endlich gemeinsam miteinander

27.11.2012, Harry Klink, Bad Doberan

Die viventure-Studie von 2009 belegt, dass Schwerin sein relativ hohes Einspielergebnis (21% zu 8,5% in Rostock) mit den höchsten einwohnerbezogenen Zuschüssen (doppelt so hoch wie Rostock) erkauft. Besonders Schwerin nimmt an den notwendigen Diskussionen nicht teil. Es fehlen an allen Theatern spartenbezogene Ergebnisse. Unsinnige Doppelstrukturen und Überproduktionen ergänzen den Eindruck des Nebeneinander, also des Gegeneinander (statt des Miteinander). Die letzte gemeinsame Intendanten-Runde fand 2006 statt. Seit Mitte 2000 ist durch verschiedene Studien die Situation beschrieben, Lösungen vorgestellt und die schnellstmögliche Umsetzung angemahnt. Zurzeit regelt das Land durch Beamte über Verwaltungsvorschriften(!) des FAG die Zuweisungen für Theater und Orchester, weil Theater und Politik sich seit Jahren der Lösung verweigern. Die aktuelle Gesprächskultur der Einzelgespräche macht das Drama deutlich: keine Seite hat ein Konzept. Seit 20 Jahren sind die Kommunen – denen man nach der Wende die Spielstätten übereignete – finanziell überfordert. Eine wichtige Säule der Finanzierung – wie sie andere östliche Bundesländer vor Jahrzehnten klug geschaffen hatten – fehlt: nämlich auch diejenigen (die Region um die Spielstätten) an der Finanzierung zu beteiligen, die es nutzen (z.B. Kulturraumgesetz wie in Sachsen). Wichtig ist dabei, dass das Land nicht nach zentralistischem Muster Mehrheitseigener a la Kulturdiktatur wird, sondern Autonomie gewährleistet. Das ist Qualitätsgewinn.

 

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