Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Rallye Lichtenhäger Brink

09.12.2019, Anonym, Rostock-Lichtenhagen (Name dem Verlag bekannt)

Rostock-Lichtenhagen. Einst ein Vorzeigestadtteil, in dem man gerne wohnte. Nach und nach begann dann der Verfall. Unansehnliche, teils unfertige Umbauten und Ruinen, wie z.B. das Gelände um das Nordlicht, die ehemalige Kaufhalle in der Bützower Straße, der ehemalige Weidenkrug oder die Läden auf dem Lichtenhäger Brink. Letzterer wird nun endlich saniert. Der Südteil ist wohl schon fertig, obwohl die Fläche am Bauernbrunnen noch in desolatem Zustand ist. Kein Problem, denn es ist ja reparabel. Sorgen machen mir mittlerweile nur die Anlieger des hiesigen Boulevards. Ist man dort früher mit dem Fahrrad langgefahren, konnte es schonmal vorkommen, dass der ABV einen angehalten und die Ventile herausgedreht hatte. Heutzutage hört und sieht man die Räder im Dunkel erst gar nicht. Mit enormer Geschwindigkeit und ohne Licht muss man aufpassen, dass sie einen nicht anfahren. Doch das ist nur das kleine Übel. Der Lichtenhäger Brink ist mittlerweile zur Straße mutiert. Vor dem italienischen Imbiss ist ein Parkplatz entstanden, wo immer ein bis sechs Pkws sowie ein paar Motorroller stehen. Diese probierten offensichtlich auch regelmäßig aus, wie fix man vom Imbiss bis zur Ratzeburger Straße beschleunigen kann. So musste (nicht nur) ich schon ein paar Mal zur Seite springen, um nicht umgekarrt zu werden. Da ist es den Autofahrern auch egal, ob da Kinder langlaufen, die gerade aus der Kita kommen oder alte Leute mit Rollator. Und wehe, man spricht einen darauf an. Dann wird gedroht. Um abzukürzen, fährt man dann nicht mal mehr vom Brink in die Ratzeburger Straße. Nein, es wird der schmale Gehweg zur Wolgaster Straße, der Tunnel der Demminer Straße (meist noch mitten über die Rasenflächen) oder gar der gesamte Brink bis zur Güstrower Straße genutzt, um mit dem Pkw schneller ans Ziel zu kommen. In den Sommermonaten mochte man gar nicht mehr am italienischen Imbiss vorbeigehen, weil er da zu einem Sauftreff geworden ist, wo die Leute lautstark vor der Tür rumbrüllten. Es sind bereits einige Eingaben beim Ortsbeirat eingegangen, aber dieser kümmert sich offensichtlich lieber um andere Sachen, als um die Sicherheit und Wohlgefühl der Einwohner. Obwohl dort schon erwähnt wurde, dass Parken auf dem Lichtenhäger Brink eine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Der tüchtige Vietnamese der Boulevardmitte ist mit der Näherei, Imbiss, Wohnung und Minimarkt wahrscheinlich etwas unterfordert. Drum ist im Minimarkt auch noch eine DHL-Paketstation eingerichtet worden. Nun fahren die Lkw der Post mit enormer Geschwindigkeit über den Gehweg, um zu entladen. Wie lange sollen die Gehwegplatten das eigentlich aushalten?

Wir Lichtenhäger sind so froh, dass der Brink endlich saniert wird und dann wird das von besagten Leuten dermaßen mit Füßen getreten, dass es einen wütend macht!

Es wäre wünschenswert, wenn der Lichtenhäger Brink eventuell mit Pollern versehen werden könnte. Dann kann es dort wieder möglich sein, entspannt einen Spaziergang zu machen.

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