Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Quo vadis NATO

29.06.2015, Horst Dobbrick, Schwerin

Besorgnis und ein banges Gefühl rufen die in den letzten Tagen erschienenen Informationen über die sich ständig steigernden materiellen und personellen Einflußnahmen der NATO und der USA auf politischen und militärischen Sektoren in den Osteuropäischen Staaten hervor. Die aktuellen Fakten scheinen wie die Wiederkehr eines politisch-militärischen Strickmusters der 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Damals galt es, eine Filter- und Pufferzone gegen den Bolschewismus zu schaffen, um sein befürchtetes Übergreifen auf die freie Welt, primär auf die europäischen Staaten, zu verhindern.

Heute, ein dreiviertel Jahrhundert danach, besteht eine vergleichbare Staatenkonfiguration in Europa, allerdings mit veränderter Zielstellung: Im Mittelpunkt steht nicht die Abwehr irgendwelcher politisch-ideologischer Wirkweisen, vielmehr die Bestrafung einer Staatsmacht, die sich dem alleinigen Machteinfluss westlicher Finanz- und Wirtschaftsimperien nicht unterordnen will, sondern Gleichberechtigung am Geld- und Machttrog einfordert. Und so etwas darf nicht einreißen! Dazu sind die zu verwertenden Ressourcen Russlands zu groß und zu vielversprechend.

Aus aktuellem Anlass kommen mir bei den jetzigen Informationen und gleichzeitigem Blick auf die aktuelle Landkarte leider zu oft Zeilen des »Russland-« liedes in Erinnerung, welches immer bei Sondermeldungen über »Siege im Osten« gesungen wurde: »Von Finnland bis zum Schwarzen Meer, vorwärts nach Osten, du stürmend Heer! Freiheit das Ziel! Sieg das Panier! Führer befiehl! Wir folgen Dir!« Wenn ab 5.45 Uhr zurückgeschossen werden sollte, könnte »der Führer« nach Bedürfnis durch NATO oder USA ausgetauscht werden.

Horst Dobbrick, Schwerin

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