Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Pressefreiheit

04.06.2018, Helmut Kurzmann, Görslow
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Gesudel"
im Schweriner Blitz vom 04.06.2018

Herr Voigt aus Hagenow bezeichnet die Artikel von Herrn Fehrmann und Co. als Gesudel. Ich weiß nicht, ob ihm der Begriff „Pressefreiheit“ geläufig ist. Oder wird bei ihm jeder Publizist der z.B. die Siedlungspolitik Israels kritisiert, gleich als Antisemit hingestellt? Mit Lobhudelei ist noch nie etwas erreicht worden! Dass Herr Voigt nichts für alte Herren übrig hat, habe ich begriffen. Getreu nach Goethe, als der über seinen Vater sprach, sagte er „Mit 20 Jahren meinte ich, mein Vater ist schon alt und versteht die heutige Zeit nicht mehr. Mit 40 sagte ich mir, manchmal hat er doch Recht und mit 80 wusste ich, mein Vater war ein sehr kluger Mann!“ Leider hatte ich praktisch keine Eltern, meine Mutter starb früh und mein Vater blieb im Krieg, also wuchs ich bei meiner Großmutter auf und die war eine sehr kluge Frau. Sie sagte immer zu mir, „bevor du das Maul aufreisst, schalte immer erst das Gehirn ein.“ Wer die USA kritisiert ist nicht immer ein Amerika Hasser, manchmal ergibt sich eine Kritik aus dem logischen Denken. Der Irak z.B. führte acht Jahre Krieg gegen den Iran, unterstützt durch die USA. Ergebnis? Millionen Tote, sonst nichts. Darf man das kritisieren? Ich meine das muss man sogar. Ich finde die Artikel von Herrn Fehrmann auf alle Fälle immer treffend und dadurch auch gut. Ich bin 83 Jahre und habe noch das deutsche Jungvolk erlebt, zwar nur kurze Zeit, aber ich war damals eben begeistert. Vielleicht sollte Herr Voigt einmal darüber nachdenken, aber ohne Kritik als Gesudel zu bezeichnen.

Helmut Kurzmann, Görslow

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