Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Pressefreiheit

13.03.2019, Siegfried Spantig, Hagenow

Nach wie vor gilt: Einem Verstorbenen redet man nicht hinterher, darum, selbstverständlich auch dem Manne nicht, der auf dem 15. Richtertag 1991 forderte, auch mit Hilfe des Strafrechts die DDR zu delegitimieren, wonach 7000 Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden. Und zur Bewährung ausgesprochene Strafen sollten Milde demonstrieren. Insbesondere bei Grenzverfahren wurde deutlich, was deren Anliegen war – die Schuldzuweisung der Spaltung Deutschlands. Demnach war von ihr der Kalte Krieg ausgegangen, die BRD als Folge der Entstehung der DDR ins Leben gerufen worden, ein Heer von Facharbeiterinnen und Facharbeitern war nicht von Ost nach West, sondern von West nach Ost gegangen, sodass der BRD das Wasser bis zum Halse stand. Und so weiter. In der Presse stand nichts über diese Delegitimierungsaktion, also auch nichts darüber, wer sie angeordnet hatte. Das Wort von der Siegerjustiz wollte man nicht wieder haben. Also müssen wir nehmen, was denen gefällt, die uns Information machen. Kurz und gut: Pressefreiheit ist das, was uns zugemutet wird.

Siegfried Spantig, Hagenow

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