Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Prepper und die Wahl 2017

18.09.2017, Klaus-Dietrich Woithe, Schwerin

Verachtet mir die Prepper nicht! Wenigstens nicht platt pauschal!

Das in den USA modische »preppern«, also sich ernst vorbereiten aufs unbestimmt ernst daherkommend Katastrophische, macht paar Schlagzeilen in MV. Wahlkampfthema ist‘s und war‘s wohl nicht. Wie auch? Es geht vielen eigentlich darum, dass alles erträglich weitergeht, nun für ein gesellschaftspolitisch schöneres, arbeitsplatz-, einkommens- und überhaupt sozialmäßig besseres Vorankommen. Wahlentscheidungsthemen liegen nun mal vor allem im Nahsorgeraum von uns, ergänzt durch Versorgungs-, Bildungs- und Rentensachen. Flüchtlingsfragen rändern dann noch, was vielen klärungsbedürftig ist. Aber, aber..., von heute auf morgen kann alles anders und quer liegen... Schwere Unwetter mit erheblichen Küstenabbrüchen, elektromagnetische Störimpulse, die unsere leichtsinnig empfindliche Elektronik lahmlegen (kaum auszudenken, die Folgen heute und morgen!), Fanatiker, die bei uns oder nahebei AKW-Anlagen sprengen, Kriege, die ohnehin Versorgungsengpässe schaffen können, selbst wenn die »weit draußen« passieren..., großflächige Kontaminationen mit Giften vieler Arten, dazu anschleichende soziale Verwerfungen wie massenhafte Arbeitsplatzverluste mit möglichen Folgen bürgerkriegsähnlicher Zustände in urbanen Ballungszentren, dazu grassierende Mafiosikriminalität und nicht Herr werden können der ökologischen Schäden mit Folgen dramatischer Einbußen auch im Garten- und Feldbau, dazu Importverluste von Nahrungsmitteln (weil die Zulieferer selber zurechtkommen müssen!), dazu dramatisch möglich allgemeine Exportschwächen, wegen Billigkonkurrenz und weil Knowhow-Fähigkeiten überall wachsen. Krisen und in Steigerung Katastrophen sind Störungen persönlichen wie kollektiven Daseins, die Anspannungsgegenhandeln nötigen, die auch die Grenzen des üblich gewohnt Leistbaren völlig überschreiten können. Und Krisen/Katastrophen vernetzen sich komplex in ihren Störungskapazitäten (negative Synergien!). »Unsere« bekannt gewordenen MV-Prepper ahnen Schlimmes und wollen das als Einzelkämpfer perspektiv lösen, wenn es schlimm kommt. Kritik ist hier leicht und rasch, weil da Gemeinwohl/Gemeinsinn keine Rolle zu spielen scheint. Aber Kritik kommt hier auch »vom hohen Ross«! Wir als Tragende von Staat und Zivilgesellschaft müssen ums gemeinschaftliche Nicht-verrecken-wollen zusammen preppern! Zwar haben wir staatliche Einsatzpläne und Notvorgekapazitäten, technisches Hilfswerk, Feuerwehren auch Forschung, und Haushalte können bescheiden einbunkern. Aber haben wir ein tragendes öffentliches Bewusstsein dafür? Reichen die Kapazitäten? Wie steht es mit bevölkerungsoffenem Fitnesstraining in dieser Richtung? Und sind rettende kreative Potenziale dafür echt entwickelt? Kein Wahlwettbewerbsthema! »Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie am Kragen hätte!« Sollte nicht so bleiben!

Klaus-Dietrich Woithe, Schwerin

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