Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Pinnenschieterie oder Essentielles?

29.11.2018, Haiko Hoffmann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Bemerkung zu "Kindergarten vs. Meinungsfreiheit""
im Vorpommern Blitz vom 18.11.2018

Als ich die ersten Worte von Herrn Mengel las, keimte in mir leise Hoffnung auf, dass es da vielleicht doch noch jemanden gibt, der endlich zur Sache etwas sagt und Position bezieht. Schnell wurde mir aber klar, dass diese Hoffnung vergebens war.

Statt sich z.B. pro oder contra Gegnerschaft einer „Vermischung der Rassen auf Kosten der Deutschen“ des Herrn Gutz oder seiner Infragestellung der Demokratie zu stellen, steht beides für ihn „nicht zur Debatte“. Keine Meinung dazu?

Statt dieser beiden essentiellen Dinge wird indes die versehentliche und überhaupt nicht essentielle Schreibung eines einzigen Buchstaben mit 159 Wörtern moniert. Haben Sie keine besseren Argumente?

Herr Mengel setzt die Pinnenschieterie mit D vs. d fort, was Herr Gutz mit dem „n“ bereits begonnen hatte. So könnte man hinsichtlich des schriftlichen Gebrauchs der Zahl 4 in seinem Text genauso verfahren, aber das lasse ich, da es nicht essentiell ist. Denn in der Tat ist niemand perfekt. Da hat er völlig recht. Fehler können passieren, übrigens auch Studierten.

Jene Hinweise aber hat er vielleicht nicht verstanden. Ich habe viermal diese gesetzt, um Herrn Gutz die Sorge zu nehmen, dass ich mich nicht peinlich bemühe, das „herrliche“ Wort fortan korrekt zu schreiben. Die Ironie darin war gratis.

Was mir indes auffällt ist, dass auch Herr Mengel meint, mir mehr oder weniger subtil anraten zu müssen, besser nicht zu schreiben. Ist Herrn Mengel nicht bewusst, dass er sogar Herrn Gutz indirekt unterstützt, indem er desssen rassistisch-völkischen Aussagen als unbedeutend erachtet und statt dessen einem Kritiker solcher Aussagen hier sogar nur wegen eines einzigen Buchstaben mehr oder weniger offen den Mund verbieten will? Weiß er nicht, dass meine morgenländische Gesinnung mich zwingt, den Mund aufzumachen, wann immer ich es für nötig halte, selbst wenn mir ein Fehler unterläuft? …

Gottlob haben wir etwas Schützenswertes und sehr Essentielles: Demokratie und Meinungsfreiheit.

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