Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Petition zum Theater Vorpommern

05.04.2012, Dr. Arthur König, Oberbürgermeister, Universitäts- und Hansestadt Greifswald; Dr. Alexander Badrow, Oberbürgermeister Hansestadt Stralsund und Ralf Drescher, Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen

Die Bürgerschaften der Universitäts- und Hansestadt Greifswald und der Hansestadt Stralsund sowie der Kreistag des Landkreises Vorpommern-Rügen haben im Dezember 2011 beschlossen, dass sich die Unterzeichner in ihrer Funktion als Gesellschaftervertreter der Theater Vorpommern GmbH mit einer Petition an die Landesregierung sowie den Landtag des Landes Mecklenburg-Vorpommern wenden.

Petition

Vor dem Hintergrund der laufenden Haushaltsberatungen des Landtages Mecklenburg-Vorpommern für den Doppelhaushalt 2012/2013 bitten die unterzeichnenden Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund und Universitäts- und Hansestadt Greifwald sowie der Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen in ihrer Funktion als Gesellschafter der Theater Vorpommern GmbH, die Mitglieder des Landtages Mecklenburg-Vorpommern eindringlich um eine Festschreibung sowie einer gerechten und regelmäßigen Dynamisierung der jährlichen FAG-Vorwegabzüge gemäß § 10 Absatz 1 Ziffer 1 lit. c) FAG, um den Erhalt der gegenwärtigen Theaterlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern sicher zu stellen. Die dafür notwendigen Landesmittel sollen über die jeweiligen Haushaltspläne bereitgestellt werden.

Bekanntermaßen ist bereits seit 1994 der Gesamtumfang der jährlichen FAG-Zuschüsse an die Theater in Höhe von insgesamt 35,8 Millionen Euro jährlich »eingefroren«.

Die seit 1994 festzustellenden Lohnsteigerungen für die Mitarbeiter der Theater sowie die allgemeinen Preiserhöhungen, welche sich in den Sachausgaben der Theater niederschlagen, konnten bis zum heutigen Tage lediglich durch eine Vielzahl von Maßnahmen, welche die Theater in eigener Regie und ohne Unterstützung der Landesregierung umgesetzt haben, kompensiert werden.

Diese Sparmaßnahmen haben insbesondere in der Theater Vorpommern GmbH neben erheblichen Einkommenseinbußen für die betroffenen Theatermitarbeiter durch Haustarifverträge auch zu Einschränkungen im Produktionsbetrieb der Theater geführt.

Nach Verkleinerungen des Ensembles, der Reduzierung der zu besetzenden Stellen im Orchester und durch eine stetige Reduzierung der Produktionsetats muss festgestellt werden, dass trotz aller Bemühungen und des hohen Einsatzes der Theatermitarbeiter negative Auswirkungen auf die Spielpläne der einzelnen Häuser nicht zu übersehen sind.

Nur dem großen Engagement und der Kreativität der Theatermitarbeiter ist es zu verdanken, dass überhaupt noch Produktionen auf dem derzeit noch anzutreffenden hohen künstlerischen Niveau gespielt werden können.

Es muss nunmehr jedoch unmissverständlich festgestellt werden, dass weitere Einschränkungen nicht mehr zu verantworten sind.

Diesem Negativtrend kann nur mit einer landesrechtlich festzuschreibenden jährlichen Dynamisierung der FAG-Mittel und des FAG-Vorwegabzuges für die Theater begegnet werden.

Diese Dynamisierung sollte zumindest die Inflation ausgleichen.

Darüber hinaus sind die Gesellschafter der Auffassung, dass die Landesregierung ihrem landesverfassungsrechtlichen Auftrag zur Förderung der Kultur dadurch erfüllen muss, dass die Theater in Mecklenburg-Vorpommern neben dem FAG-Vorwegabzug zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt erhalten.

Schließlich fordern die Gesellschafter der Theater Vorpommern GmbH, dass aus Gründen der Gleichbehandlung und der materiellen Gerechtigkeit auch die Theater Vorpommern GmbH Einmalzahlungen aus dem Landeshaushalt zum Ausgleich der durch die Nichtanerkennung der Theater Management Vorpommern UG (haftungsbeschränkt) im Jahr 2011 entstandenen Härten erhalten muss. Im Gegensatz zu anderen Mehrspartenhäusern im Lande hat die Theater Vorpommern derartige Ausgleichszahlungen bislang nicht erhalten, obwohl insbesondere die Theater Vorpommern GmbH den Forderungen des Landes nach Strukturveränderungen und Einsparungen in besonderem Masse nachgekommen ist.

Im Interesse des Erhalts der Theater- und Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern bitten wir alle Abgeordneten der im Landtag des Landes Mecklenburg-Vorpommern vertretenen demokratischen Parteien darum, die geforderte Dynamisierung gesetzlich zu verankern und sich für eine zusätzliche Förderung der Theater aus Mitteln des Landeshaushalts einzusetzen.

 

 

 

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