Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Peenebrücke Loitz

12.11.2010, U P., Pensin

Es wurde begonnen in 17121 Loitz, Kreis Demmin, die vorhandene historische Dreh-brücke (die älteste handbediente, noch in Betrieb befindliche Drehbrücke Europas) zu schließen, abzureißen und eine neu Klappbrücke über die Peene mit einer geplanten Investitions-summe von 13 Millionen Euro zu bauen. Dazu macht sich nun, da mit den Bauarbeiten begonnen wurde, Unmut in der Bevölkerung breit und das aus guten Gründen.

Schaut man sich das Umfeld an, führt diese Brücke von der L 261 über die Peene in die Stadt Loitz. Diese Strasse ist Zubringer für maximal drei bis vier Gemeinden mit nur sehr wenig Einwohner und Berufstätige. Die Bevölkerungszahl in diesen Dörfern ist drastisch gesunken und die demographische Entwicklung wird diesen Trend weiter fortsetzen. Die jetzt vorhandene Brücke hat über 100 Jahre ihre Funktion erfüllt und die Bürger in der notwendigen Weise befördert. Warum sollte sie das nicht weiterhin tun? Eine eventuell notwendige Generalreparatur dieser Brücke wäre kostensparender und zweckmäßiger.

Die Bürger der Kreisstadt Demmin benötigen diese Brücke nicht, da eine sehr gute Verbindung über die Bundesstrasse B 194 besteht. Der Fernverkehr benötigt diese Brücke ebenfalls nicht, zumal gerade am 1. 10. 2010 eine nagelneue Umgehungsstraße für die Stadt Loitz gebaut wurde (zehn Millionen Euro). Ein Argument für diese Straße war, dass Loitz auf moorigem Boden steht und deshalb die Hausbesitzer ihre Häuser nicht sanieren würden, weil Risse in den Häusern entstehen, so Frau Renate Holznagel (MdL). Mit dem Brückenneubau zerschlägt man diese Argumente und bringt den Schwerlastverkehr wieder in die Stadt!

Über die alte Drehbrücke konnte der Schwerlastverkehr nicht befördert werden. Dies war auch nicht notwendig, da die vorhandenen Strukturen beidseitig der Peene so gewachsen sind. ... Es entstand ein schönes ruhiges Fleckchen für die Loitzer Einwohner aber auch für die dringend erwarteten Touristen. Mit der neuen Brücke und dem dann zu erwartenden Verkehr, werden diese Investitionen zu Nichte gemacht. Neue Investitionen für den Straßenbau werden nun notwendig. Die Anwohner (Seniorenwohnanlage) werden durch den erhöhten Verkehr schweren Lärmbelästigungen ausgesetzt sein.

Aus den genannten Gründen bezweifeln viele Bürger die Notwendigkeit dieser Investition. ... Wirtschaft wird sich in Loitz nicht entwickeln wie das seit Jahrzehnten mit Millionen-Investition auf die grüne Wiese gesetzte Gewerbegebiet zeigt. Hier hat die Stadt alle Hände voll zu tun, die straßenbreiten Gehwege vom Unkraut frei zu halten. Wenn man durch Loitz fährt, hat man den Eindruck, als sei die Zeit vor Jahrzehnten stehen geblieben. Die Stadt leidet an Mangel und Notstand. Eine neue Brücke braucht Loitz als Allerletztes!

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