Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Offener Brief an unsere Kollegen in den Theatern Stralsund, Greifswald, Neubrandenburg, Neustrelitz

26.06.2014, Der Betriebsrat

Mit Empörung müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Landesregierung ihren Irrweg zur Zerstörung von Theaterkultur unter dem Deckmäntelchen ihrer Theaterreform fortsetzt. Gegen jedes politische Gewissen und mit größtmöglicher Ignoranz und Fantasielosigkeit gegenüber den Potenzialen der bestehenden Theaterkultur, holt das Schweriner Ministerium nun zum strukturellen Kahlschlag im Osten unseres Landes aus. Das Szenarium ist perfide: erst trocknet man durch jahrzehntelange Unterfinanzierung die Standorte aus, dann gibt man jeder Kommune den Brosamen einer produzierenden Sparte und erwartet, dass dieses oftmals gescheiterte Modell nun aber funktioniere und sich ein vielfältiges Kulturangebot über die betroffenen Bürger der Region ergieße. Sollten wir Theaterleute, oder gar theaterinteressierte Bürger, sich beklagen, verweist unsere Landesregierung auf finanzielle Einspareffekte aus teuer erkauften bayerischen Expertengutachten. Das Recht der Menschen, sich im Theater über sich selbst zu verständigen, sich selbst zu begegnen, sich mit ihrer Stadt auch kulturell zu identifizieren, bleibt dabei auf der Strecke. Dieser Deckmantel der so genannten »Theaterreform« ist längst löchrig geworden. Daraus blitzt der Abbau von aktuell über 100 Stellen sowie Spartenschließungen hervor. Das einseitig auf finanzielle Machbarkeit ausgerichtete Metrum–Gutachten ist bereits in endlosen Dialogen als nicht praxistauglich entlarvt worden und nur ein fadenscheiniger Ersatz für politischen Gestaltungswillen.Gemeinsam mit euch fragen wir: Sieht so kulturpolitische Verantwortung aus? Gemeinsam mit euch: Wir treten diesem Verlust an politischer Kultur in unserem Land entgegen.

Im Namen der Mitarbeiter des Volkstheaters Rostock

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