Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Offener Brief an Frau Merkel

16.01.2017, Martina Plischka, Plau am See

Sehr geehrte Frau Merkel! Nun hat es auch die Regierungshauptstadt getroffen. Sie und die übrigen Entscheidungsträger von der Regierungsbank saßen einträchtig bei der Trauerfeier für die Opfer nebeneinander.

Dabei begann das Desaster mit dem Terror schon viel früher und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als die USA mit Deutschland und den anderen Verbündeten mit dem Krieg und der Besetzung im Irak, Afghanistan, Pakistan, Libyen begannen. Zwar waren Sie noch nicht von Anfang an in der Regierungsverantwortung, haben aber trotzdem mit der Kriegstreiberei weitergemacht.

Hinzu kommt die geballte Einmischung und Unterstützung der Rebellen in Syrien. Verwundert es Sie wirklich, dass es in den arabischen Ländern viele Menschen gibt, die uns hassen? Stellvertretend für die Politiker, denen man nicht habhaft wird, trifft es wie immer und überall, die Bevölkerung. Aber, mit dem Tod lassen sich prächtige Geschäfte machen und viel zu wenig kommen in den Medien die genauen Ursachen für den Terror und die Flüchtlingsursachen zur Sprache. Mittlerweile weiß jeder, dass der Irak-Krieg mit einer Lüge begann. Sie und Ihre Regierungskollegen haben sich gemein gemacht mit dem Unrecht und nicht den diplomatischen Weg der Neutralität gewählt! Wie steht es auf den Denkmälern des Landesteils, aus dem Sie stammen überall zu lesen: Nie wieder Krieg!

Mit dem Tod lässt sich prima Geld verdienen, noch nie war der deutsche Export von Waffen in Kriegs- und Krisengebiete deart hoch. Frau Merkel, ich fordere Sie auf, jedem Bürger dieses Landes die gleiche Unterstützung gegen die Terrorgefahr zu Teil werden zu lassen, wie die, die Sie und Ihre Amtskollegen erhalten: Das wären gepanzerte Busse und Bahnen sowie solide gebaute Fahrzeuge, die ihre Insassen vor Granaten schützen. Außerdem für jeden Bürger mindestens vier Bodyguards, die ihre Schützlinge von morgens bis abends und nachts beschützen. Videoüberwachung wirkt nicht sondern ist reiner Aktionismus. Diese hilft nur dabei, hinterher die Täter zu finden aber nicht, um die Taten zu verhindern. Ich meine, was Ihnen recht ist, dürfte doch dem Bürger recht und billig sein. Sie haben doch seinerzeit bei Ihrem Amtseid geschworen, dem Volk zu dienen und Schaden von ihm abzuwenden. Durch Ihre Flüchtlingspolitik der offenen Grenzen sind erst die Ressentiments gegen Menschen anderer Nationalitäten entstanden. Da wo früher Offenheit und Miteinander herrschten, sind plötzlich tiefe Gräben entstanden. Ich persönlich habe mir früher nie Gedanken darüber gemacht, ob der mit der gleichen Bahn fahrende arabisch aussehende Mann vielleicht eine Bombe im Rucksack hat. Und das ist längst noch nicht alles. Die von Ihnen gutgeheißenen und verlängerten Sanktionen gegen Russland schadeten vor allem Unternehmen in Deutschland. Die Milchbauernkrise kommt nicht von ungefähr. Wie viele Milchbauern haben sich eigentlich deshalb das Leben genommen? Und wie viele andere Unternehmen sind wegen der eingebrochenen Geschäfte in die Insolvenz getrieben worden?

Spätestens, wenn der neue US-Präsident beste Geschäfte mit Russland macht, wer steht dann außen vor und guckt blöd aus der Wäsche? (Ich glaube in Zeiten Donald Trumps, darf man solche Redewendungen ruhig verwenden)

Warum treten Sie eigentlich noch einmal an? So viel Schaden hat in den letzten Jahrzehnten noch nie ein/e Politiker/in weder in Ost noch West angerichtet. Früher haben Politiker wegen viel geringerer Fehlentscheidungen die Konsequenzen gezogen. Warum nicht auch Sie? Ist politische Verantwortung tragen in Zeiten von Stuttgart 21 und dem Desaster des Berliner Flughafens plötzlich unpopulär geworden?

Nun heißt die Briefadresse Ihres Bundeskanzleramtes ausgerechnet Willy-Brandt-Str. 1. Angesichts der heutigen Umstände hätte sich der Willy Brandt aber im Grabe umgedreht.

Vielleicht denken Sie mal über eine Änderung des Straßennamens nach. Ich hätte diesbezüglich vielleicht den ein oder anderen guten Vorschlag zu machen ...

Martina Plischka, Plau am See

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