Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Offener Brief

02.08.2013, Hans-Joachim Richter

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Text: Hans Joachim Richter, vervollständigt und perfektioniert von H. Bier Video- und sonstige Textrechte der Links bei den jeweiligen Verfassern.

Offener Brief an den Deutschen Bundestag! Bremen,d.26.07.2013

Sehr geehrte Damen und Herren Bundestagsabgeordnete,

wir denken, es ist Zeit, den Tierschutz in die Gesellschaft zu bringen. Es ist mittlerweile ein ethisch

und moralisch wichtiges Thema geworden, das uns alle angeht.

Nachfolgend listen wir Ihnen kritische Tierschutzbelange auf, die unserer Meinung nach

unabdingbar einer gesetzlichen Novellierung hin zu größerem Tierschutz bedürfen, welche dem

Stand einer zivilisiert-hochentwickelten, christlichen, ethischen Grundwerten verpflichteten

Gesellschaft des 21. Jh. wie der unseren angemessen ist.

Dass Sie als Bundestagsabgeordnete vielfältige und oft auch gegensätzliche gesellschaftlichwirtschaftliche

Interessen berücksichtigen müssen, ist uns bewusst.

Doch weisen wir an dieser Stelle explizit darauf hin, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung

in Umfragen stets für einen besseren und umfassenderen Tierschutz votiert und die einseitige

Gesetzgebung zugunsten der

- industriellen Massentierhaltung (mit all ihren Verwerfungen: Antibiotikamissbrauch, Tierquälerei,

Bodenverseuchung durch Gülle, Gammelfleisch, Dioxinskandale etc.)

- Rassetierzüchter (Hunde- und Katzenqualzucht)

- Pferdezüchter (Schenkelbrand) und Reiter (Rollkur)

- Zirkusse (artwidrige und tierquälerische Wildtierhaltung)

- Jägerschaft (Hobbyjagd, Jagd von gefährdeten Tieren in Schutzgebieten, Fuchsjagd etc.)

sowie weiterer in diesem Schreiben zusammengefasste Missstände im Tierschutz

ebenso vehement kritisiert und ablehnt wie dies Tierschutzorganisationen tun.

Wir bitten Sie, sich die Zeit zu nehmen und die nachfolgende Auflistung durchzulesen und bei Ihrer

Beurteilung den Wunsch der Mehrheit der Deutschen nach besserem Tierschutz zu berücksichtigen:

1. Wildtierverbot in Zirkussen

Nun haben auch Belgien und Großbritannien neben vielen anderen europäischen Ländern ein

Wildtierverbot in Zirkussen beschlossen.

tierschutznews.ch/tierschutz-live/2732-grosser-tierschutzerfolg-in-grossbritannien.html

Forschungen und Recherchen haben hinlänglich ergeben, dass Wildtiere in Zirkussen nicht

artgerecht gehalten werden können. Hierzu gehören die dem Zirkus immanenten, häufigen

Ortswechsel, zu enge, häufig nur provisorische Unterkünfte, teilweise (aufgrund häufiger

Geldknappheit) unzureichendes Futter, unzureichende Bewegung, kein Ausleben des Spieltriebes,

keine Nahrungssuche mit Artgenossen.

Die den Tieren auferzwungenen "Kunststücke" sind ebenso artwidrig und werden häufig nur durch

brachiale, oft illegale "Trainingsmethoden"(besser Zurichtung mit "Elefantenhaken", Metallhaken

oder Elektroschockern, Peitschen), den ausgelieferten Tieren "antrainiert". Die Tiere weisen durch

die atypischen Dressurakte häufig Deformierungen am Gelenkapparat auf, was auf

Überanstrengung hinweist.

Jedem normal denkenden Mensch ist klar, dass ein Nashorn oder eine Giraffe nicht artgerecht in

einem Zirkus gehalten werden können. Bei sozialen Elefanten ist Einzelhaltung häufiger

anzutreffen.

Das Argument, dass die Wildtiere all das "gewohnt" seien, widerlegt der Biologe und Zoologe

Stefan Johnigk: „Gewohnheit ist keine artgerechte Verhaltensausübung“ „Tiere können angeborene

Verhaltensweisen nicht einfach ablegen. Unabhängig davon, wo sie geboren sind, bleiben es

Wildtiere“ (aus: KN-online.de)

www.peta.de/web/zirkus.1838.html hat eine horrende Aufzählung an tierquälerischen

Verstößen bei fast allen deutschen Zirkussen vorgelegt.

Eine entwickelte Gesellschaft wie die unsere bietet ausreichend viele andere Freizeitmöglichkeiten,

dies gerade auch für Familien mit Kindern. Wildtiere werden in Zirkussen in einer unnatürlichen

Umgebung gezeigt und oft müssen natürliche Feinde wie etwa Tiger und Pferd gemeinsam

Kunststücke aufführen, einem feuerscheuen Tiger wird antrainiert durch einen Feuerreifen zu

springen, schwergewichtige Elefanten müssen artwidrig auf den Hinterbeinen stehen oder

Kopfstand machen, Tiger und Löwen müssen zusammen auftreten, Bären Roller fahren etc..

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"Man sagt: "Zirkus sei Tradition und ermögliche Kindern, einmal Wildtiere zu sehen." Tradition

rechtfertigt aber keine Tierquälerei. Kindern die unnatürlichen und oft erniedrigenden Vorführungen

der Wildtiere zu zeigen, ist pädagogisch falsch und nicht zu verantworten, weil ein völlig falsches

Bild über Tiere und deren Bedürfnisse vermittelt wird." (aus: www.tsv-Coesfeld-Dülmen.de)

Das Tierschutzgesetz gebietet, keinem Tier grundlos Schmerz oder Leid zuzufügen: Hierzu sei auf

das sehr oft beobachtbare, stereotype "Weben" von Elefanten hingewiesen, auf die im Käfig

stereotyp im Kreis umherlaufenden Wildkatzen. All diese stressbedingten Stereotype sind eindeutig

auf die artwidrige, unzureichende Haltung und die unter Misshandlung erzwungenen Kunststücke

zurückzuführen und bedeuten in ihrer Akzeptanz einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Ein aktuelles und trauriges Beispiel für den unzureichenden Tierschutz für Zirkustiere ist der

Reptilien-Schausteller Rene Renz, der die 43-jährige, schon angeschlagene Elefantin Mädi als

Werbegag auf die anstrengende Reise nach Estland mitnahm. Dort kühlte sich Mädi in einem See

ab: Es war wohl zu viel für die betagte Elefantin, denn sie brach im Wasser zusammen: Statt ihr zu

helfen, tanzte! Herr Renz grinsend auf der um ihr Leben kämpfenden Elefantin Mädi herum.

Der Tod der Elefantendame Mädi (Bericht und weiter unten das Video)

PETA: "Die Bundestierärztekammer spricht sich mittlerweile ebenso für ein Wildtierverbot im

reisenden Zirkus aus wie auch die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Drei repräsentativen

Umfragen von 2010 und 2011 zufolge finden rund zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus

nicht mehr zeitgemäß."

(aus: www.peta.de/web/circus_krone_.6268.html)

2. Verbot von Delfinarien (Duisburg und Nürnberg)

Dies richtet sich in erster Linie an die Abgeordneten der schwarz-gelben Regierungskoalition, die

Anfang Juni erneut ein Einfuhr- und Haltungsverbot von Delfinen in Deutschland gegen den Antrag

der Grünen verhindert haben.

Undine Kurth (Grüne) erklärt hierzu: "Obwohl die Anhörung des Agrarausschusses am 15. Mai

eindeutig ergeben hat, dass die Haltung der Delfine mit dem Konzept eines ethischen Tierschutzes

nicht vereinbar ist, haben CDU/CSU und FDP sich gegen das Tierwohl entschieden. Schwarz-Gelb

lässt weiter zu, dass Delfine zu Unterhaltungszwecken und unter nicht art- und tiergerechten

Bedingungen gehalten werden".

Die allermeisten Delfine in den weltweiten Delfinarien, Meeresparks und Delfintherapieanlagen

stammen aus dem japanischen Taiji, das seit 2009 durch den Film "The Cove" ("Die Bucht")

weltweit zum Schreckenssynonym für grausam-blutigstes Delfinmassaker geworden ist.

Die blutige Gemetzel-Saison findet alljährlich von September bis März/April des Folgejahres statt:

Es werden über 2.000 Delfine (Große Tümmler für die Delfinarien, Rundkopfdelfine, Grindwale u.a.

für den (überwiegend regionalen) Verzehr) oder für Tierfutter) in eine enge, kaum einsehbare, aber

polizeilich strengstens bewachte (wegen den int. Journalisten und Tierschützern) Bucht getrieben,

in der die für Delfinarien geeignetsten, d.h. "schönsten und stärksten", Tiere aussortiert werden.

Der große Rest wird auf brutalste Weise (mittlerweile, als Reaktion auf "Die Bucht" und

schreckliche Fotos des blutgetränkten Wassers, durch Durchstoßung der Atemlöcher mit

Eisenstangen und Verstopfung mit Pfropfen, damit sich das Meer nicht mehr grausig rot färbt)

abgeschlachtet.

www.atlanticblue.de/neu/press-d.html

Der o.g. 2010 Oscar-prämierte Dokumentarfilm „Die Bucht" mit dem ehemaligen Delfintrainer und

heutigen Delfinschützer Richard O‘Barry informiert sehr eindrücklich über dieses erschütternde,

grausam-blutige Abschlachten der Delfine in der Buchtenge von Taiji.

Da die Gewinnspanne für einen Delfin bis zu 150.000,- Euro beträgt, ist ein humanes Einlenken der

japanischen Verantwortlichen nicht so schnell zu erwarten. Begründet wird die Delfinjagd nach

außen hin u.a. mit "traditioneller Esskultur", aber kaum ein Japaner isst noch das mit

Schwermetallen angereicherte Delfin- oder Walfleisch.

Umso wichtiger ist es, dass führende Industriestaaten wie Deutschland ein eindeutiges ZEICHEN

GEGEN dieses so unerhört grausam-blutige, von eiskalter Profitgier angetriebene Delfinmassaker

setzen und in Deutschland Delfinarien gänzlich verbieten sowie auf EU-Ebene ein europaweites

Verbot von Delfinarien vorantreiben.

Über die sehr prekäre Situation der Delfine im Delfinarium Duisburg berichtet der nachfolgende

Artikel; darin wird u.a. die sehr hohe Sterbequote von gefangenen Delfinen und ihrem Nachwuchs,

die Aggressivität der Tiere u.a. thematisiert. Der Biologe Philip Loos vom Wal- und Delfinschutz Copyright (Text) by Hans Joachim Richter www.tiere-brauchen-schutz.de

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Forum Hagen, der Delfinforscher Karsten Brensing von "Whale und Dolphin Conservation (WDC)"

u.a. dürften Ihnen als Sachverständige vor den Bundestagsausschuss bekannt sein und sie

sprechen sich zusammen mit weiteren, renommierten Delfinexperten eindeutig gegen die

tierquälerische Delfinhaltung aus.

akduell.de/2013/06/duisburg-ist-wo-die-delfine-sterben/

Wir appellieren eindringlich an die schwarz-gelben Abgeordneten, die vielen eindeutigen Expertisen

endlich ernst zu nehmen und ein Einfuhr- und Haltungsverbot von Delfinen in Deutschland

baldmöglichst zu beschließen.

3. Verbot von Pelztierfarmen und ein generelles Pelzeinfuhrverbot

Das barbarische Züchten von diversen Pelztierarten wie Nerzen (D), Chinchillas (D), Füchsen(D),

Nutrias, Kaninchen, Marderhunden, Iltissen u.a. und die noch qualvollere Tötung dieser Tiere,

lediglich um die dekadenten Luxus-Bedürfnisse von wenigen, gewissenlos-ignoranten Menschen zu

befriedigen, widerspricht jeglicher Ethik und Verhältnismäßigkeit.

Die heutige Modeindustrie bietet vollwertigen, auch von Fachleuten kaum erkennbaren, Kunstpelz

an. Der Großteil des Qualprodukts Pelz wird in Accessoires, Kleidungs- und Schuhbesatzstücken

verarbeitet: Bitte fragen Sie sich an dieser Stelle ernsthaft, ob das Tausendfache, kaum

beschreibbare Quälen und Leiden von sogen. Pelztieren gerechtfertigt werden kann:

Im Tierschutzgesetz § 1 Grundsatz heißt es: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund

Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

Sind Statusgebaren, Geltungssucht, Modediktatur einschließlich des damit verbundenen

vermeintlichen Modebewusstseins und schlichtweg tiefgehende Ignoranz der VerbraucherInnen

hinreichende Gründe für das unermessliche Quälen dieser sogen. Pelztiere? Die Antwort ist wohl

eindeutig: NEIN!

Abgesehen von diesen ethischen Grundsatzfragen verstoßen die meisten Pelztierzüchter mit ihren

Haltungsbedingungen noch 2013 gegen die seit dem 12.12.2011 geltenden Tierschutzgesetze: Die

Umstellung der Käfiggröße wurde trotz gewährter Übergangsfrist von den meisten Pelztierzüchtern

bis heute nicht bewerkstelligt.

2012 erstatteten mehrere Tierschutzorganisationen und auch Privatpersonen gegen diese

Pelzzuchtbetriebe Strafanzeige, aber die zuständigen Staatsanwaltschaften sahen jeweils von

einem Verfahren ab, im Gegenteil wurden einigen Tierschützern sogar ein sogen. „Shitstorm“

vorgeworfen und im Umkehrschluss wurden die Übergangsfristen als Argument genommen, dass

die Tierqual dann ja nicht so schlimm sein könne.

Das Argument der "freien Berufswahl" kann man als äußerst geringfügig bewerten: Seit 2005 gibt

es keine Spezialisierung auf Pelztierzucht bei der Tierwart-Ausbildung mehr.

Ebenso hinfällig ist ein etwaiger Verweis auf Arbeitsplätze: Die Pelzfarmen haben nur wenige Leute

beschäftigt. Und auch Kürschner sind anzahlmäßig zu vernachlässigen; oft betreiben sie die

Kürschnerei neben einem Bekleidungsgeschäft.

Pelztier Farm in Deutschland

Der folgende Film ist aus China, dem mittlerweile weltweit zweitgrößten Pelzzüchter und

Pelzexporteur und in der Rangliste der grausamsten, schlimmsten Tierquäler hält China seit Jahren

den Spitzenplatz: Es ist Standard, dass Pelztiere, aber auch Hunde und Katzen, in China unter

allerschlimmsten Bedingungen gehalten und i.d.R. LEBENDIG gehäutet werden! Oftmals

etikettieren chinesische Firmen Hunde- und Katzenfell um, um das EU-Importverbot für Hundeund

Katzenfell zu umgehen und ihre Qualprodukte hier verkaufen zu können.

Sterben für Pelz (PETA)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Pelztierfarmen aus ethisch-moralischen und gesetzlichen

(Tierschutzgesetz) Gründen keine Daseinsberechtigung haben und daher sollten Sie als

verantwortliche Politiker, Pelztierfarmen schnellstmöglich verbieten.

Auch ein generelles Verbot der Einfuhr von Qualpelz (aus China, Skandinavien u.a. Ländern) ist ein

Gebot der Ethik ist und sollte von Ihnen baldmöglichst erlassen werden.

4. Länderübergreifende Novellierung des Jagdgesetzes

Voranstellen möchten wir ein Zitat des ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss:

„Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf.

Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."

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So grausam ist die Jagd

Auch bei der Jagd gibt es, je nach Bewusstseinsgrad, unterschiedliche Positionen.

Nachfolgend eine Auflistung von z.T. tödlichen Jagdunfällen und Straftaten für 2013, die wirklich

jeden aufrütteln sollte. Die Dunkelziffer, der durch Jäger verursachten, sehr oft tödlichen,

(Jagd)Unfälle und Schießereien ist gewiss höher:

www.abschaffung-der-jagd.de/menschenalsjaegeropfer/jagdunfaelle-und-straftaten-

2013/index.html

Hier die auf Medienberichten basierende Liste von 2012:

www.abschaffung-derjagd.

de/menschenalsjaegeropfer/jagdunfaelleundstraftaten2012/index.html

Nachfolgend die Forderungen zur "Jagdgesetznovellierung" von dem Aktionsbündnis "Natur ohne

Jagd", der wir uns weitgehend anschließen:

www.abschaffung-der-jagd.de/action/novellierungderjagdgesetzejetzt.html

4.1. Haustierabschuss verbieten (Bundesjagdgesetz § 23 reformieren zum Schutz der Haustiere)

Vorangestellt sei eine erschreckende Statistik: Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 40.000 Hunde

und ca. 350.000 Katzen durch Jäger erschossen.

Das Jagdgesetz §23 definiert nicht genau, was unter "wildernd" und "streunend" zu verstehen ist.

So liegt es im Ermessen der (tötungsfreudigen) Jägers und die Gerichtsbarkeit bestätigt ihnen

diesen Spielraum. Da es mehr als unwahrscheinlich ist, dass 40.000 Hunde so hungrig und

jagdversessen sind, dass sie wahllos Tiere angreifen, muss sich an dieser Stelle jeder

nachdenkliche Mensch fragen, warum die Tötungsquote so hoch ist!

Die hohe Anzahl der durch Jäger getöteten Haustiere (Hunde und Katzen), angeblich um das Wild

zu schützen, ist ein sehr kontroverses Thema, da die erbosten Haustierbesitzer zu Recht

reklamieren, dass die Tötung ihres Hundes oder ihrer Katze wegen vermeintlicher Wilderei in

keinster Weise zu rechtfertigen sei. Berechtigterweise argumentieren betroffene Haustierbesitzer,

dass Jäger aus purer Tötungslust ein geliebtes Haustier "zur Strecke gebracht" haben, denn die

Fälle der wirklichen Hunde- und Katzen „Wilderei" dürfte minimal sein.

Exkurs zur "Psychologie des Jägers":

Für wen ist es denkbar, allseits geliebte Hunde und Katzen kaltblütig abzuknallen ohne auch nur im

Entferntesten das Leid der Tierbesitzer zu berücksichtigen?

Welche psychologischen Dispositionen muss jemand haben, der einen Hund oder eine Katze

erbarmungslos abschießt, nur weil diese sich versehentlich im Wald aufgehalten haben? Wie oft

wird aus purer Tötungslust ein herumstreunender Hund oder eine Katze getötet? Wie oft ist es

konkret nachweisbar, dass ein Hund "gewildert" hat oder eine Katze "streunert?

Aufschlussreich, dass der Jäger, Rechtsanwalt und Autor Dr. Florian Asche in seinem Buch "Jagen,

Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen" die "normalen" Begründungen und

Rechtfertigungen (Jäger als Ersatz für Großraubwild, als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen,

als Naturschützer und Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit etc.) als Lüge bezeichnet:

»Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das

auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und

Wünsche, die viel tiefer gehen, als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des

ökologischen Gleichgewichts. Deren Anforderungen regeln höchstens, wie wir jagen, nicht aber ob

wir es tun. (...) Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet. «

Der Neurologe und Psychoanalytiker Paul Parin offenbart in "Die Leidenschaft des Jägers", dass

Jagd Tierleid bedeutet. Die Jäger-Rechtfertigungen wie »Überpopulation«, »Verbiss«, »Jäger als

Ersatz für Raubtiere« etc. sind für Parin nur Jägerlatein.

Hier sei noch hinzuzufügen, dass die Jagd in gewissen "höheren" ("elitären"), gesellschaftlichen

Kreisen ein Statussymbol ist, sozusagen ein Merkmal, dass man "dazugehört". Jäger sein ist

kostspielig, aber noch bedeutsamer dürfte sein, dass diese Jagdgemeinschaften zumeist als

Beziehungsnetzwerk dienen, wo politische und wirtschaftliche Fragen in informeller Runde unter

"Waidmännern" besprochen und nicht selten auch entschieden werden. Die großen Widerstände

seitens der liberal-konservativen Politiker die Jagdgesetzgebung zugunsten des Tier- und Copyright (Text) by Hans Joachim Richter www.tiere-brauchen-schutz.de

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Artenschutzes zu verbessern, dürften in nicht geringem Maße im Augenmerk auf diese

einflussreiche Klientel der Jäger begründet liegen.

Zum Schutz der Haustiere ist es unabdingbar § 23 zu reformieren und den Haustierabschuss zu

verbieten.

4.2. Verbot der Fallenjagd

4.3. Ganzjährige Schonzeiten für Vögel, Hasen, kleine Beutegreifer

4.4. Ganzjährige Schonzeit für Füchse

4.5. Verbot der Jagd in Setz- und Brutzeiten bis zum Selbstständig werden der Jungtiere

4.6. Jagdverbot in Natur-, Wildschutz- und FFH-Gebieten und Zufluchtsstätten von Wildtieren

4.7. Verbot von Bleischrot (Gefährdung von Menschen und Tieren)

4.8. Verbot von Kirrungen, Luderplätzen und Anlegung von Futterplätzen zu Jagdzwecken

4.9. Absolutes Jagdverbot in bewohnten Gebieten und befriedeten Bezirken

4.10. Freistellung von der Zwangsbejagung

4.11. Verpflichtender Schießleistungsnachweis und Nachweis der körperlichen und fachlichen

Eignung im 2-3 Jahres-Rhythmus

4.12. Jagdschein-Entzug bei Verstößen

4.13. Verbot von Bau-, Treib- und Drückjagden

Wir fordern zusätzlich:

- Verbot der Hobbyjagd

Für den renommierten Biologen Prof. Dr. Reichholf von der Zoologischen Staatsversammlung

München ist die Jagd "der Artenfeind Nr.2" nach der Intensivlandwirtschaft

Für NRW sagt der NABU folgendes:

"Die aktuellen Zahlen der Jagdstrecke belegen, dass die Jagd in NRW heute vorwiegend eine Form

der Freizeitbetätigung darstellt."()

"Die Jagd in NRW entspricht somit in überwiegendem Maße nicht mehr der ursprünglichen

Landnutzungsform, die durch den Beweggrund der Nahrungsbeschaffung gekennzeichnet ist. Eine

Verwertung, die naturschutz- und artenschutzkonform ist sowie gleichzeitig

Nachhaltigkeitsgrundsätze berücksichtigt und einem vernünftigen Grund gemäß Tierschutzgesetz

entspricht, fand 2009/2010 nur noch bei rund 7 Prozent der getöteten Tiere statt."

Die komplette Stellungnahme des NABU NRW finden Sie hier:

www.bundnrw.

de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Naturschutz/Jagd/

2012_03_BUNDpositionen_Jagd.pdf

Siehe hierzu auch obigen Exkurs zur Psychologie des Jägers: Die exemplarischen Aussagen von 2

Jägern und Buchautoren zur Jagd (einer Rechtsanwalt, der andere Psychoanalytiker) belegen

eindeutig, dass Hobbyjäger aus purer " archaischer Lust am Töten" jagen. Mit Wald- und Wildpflege

hat dies rein gar nichts zu tun. Hinzu kommt der Statusgewinn als Jäger in einschlägigen Politikund

Wirtschaftskreisen, der die Jagdausübung noch fördert.

Der RA Dominik Storr schreibt, dass die Hobbyjagd mehr Menschen tötet als der Terrorismus:

www.dominik-storr.de/2009/01/11/mehr-tote-in-deutschland-durch-hobbyjager-als-durchterroristen-

mein-offener-brief-an-den-bundesinnenminister-schauble/

(s.a.o. Auflistung der Jagdunfälle 2012-2013)

"§ 1 Grundsatz des TierSchG Copyright (Text) by Hans Joachim Richter www.tiere-brauchen-schutz.de

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Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf

dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund

Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

- Strengere Ahndung der Wilderei, insbesondere der illegalen Greifvogeljagd, der Luchsjagd u.a.

bedrohter Tierarten

Das „Komitee gegen den Vogelmord e.V“ www.komitee.de veröffentlichte folgende

alarmierende Meldung:

"NRW: Greifvogel-Wilderei stark angestiegen

Hochburgen am Niederrhein und im Münsterland (28.06.2013): ()In der ersten

Jahreshälfte 2013 sind bereits 74 vergiftete, abgeschossene oder mit Fallen gefangene

Greifvögel entdeckt worden. Das sind mehr als doppelt so viele Opfer wie im gesamten

Jahr 2012()"

Focus.de hat am 26.06.2013 berichtet: "()auch in Deutschlands Wäldern gehen Wilderer

regelmäßig auf die Pirsch. Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts listet für das

vergangene Jahr 864 erfasste Fälle von Jagdwilderei auf. Viele davon sind Fälle, in denen Menschen

in Deutschland verbotenerweise auf Rehe, Füchse oder Greifvögel geschossen, sie in Fallen

gefangen oder mit Ködern vergiftet haben." Die Dunkelziffer sei ungleich höher. Auch der Luchs sei

außerhalb der Schutzgebiete sehr gefährdet, da er als "Konkurrent" der Jäger angesehen werde.

5. Erneute Novellierung des Tierschutzgesetzes

Der Tierschutzbund spricht treffenderweise von einem "Tiernutzgesetz" denn einem

"Tierschutzgesetz".

www.tierschutzbund.de/aktion/kampagnen/recht/tierschutzgesetz.html

5.1 Verbote von Amputationen (§6) (Abtrennen von Ringelschwänzen, Schnabelspitzen (s.u.),

Zehengliedern und Hörnern sowie das Abschleifen von Eckzähnen).

Es ist nicht hinnehmbar, dass o.g. Amputationen bei fast allen »Nutztieren« ohne Betäubung

durchgeführt werden.

- Verbot der Ausnahme des Schnabelkürzens

Aktuell haben die Niederlande beschlossen, das sehr schmerzhafte Schnabelkürzen schon 2018

statt erst 2021 zu verbieten. Die niederländische Regierung will dies auch auf EU-Ebene, z.T. zur

Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen, durchsetzen. Lt. "Vier Pfoten" gibt es in Deutschland

zwar ein "Amputationsverbot" (§ 6), doch die erlaubten Ausnahmen scheinen die Regel zu sein (bei

ca. 90 % der Küken):

www.vier-pfoten.de/news-press/news/niederlande-verbieten-schnabelkuerzen-beihuehnern-

bis-2018/

"§ 1 Grundsatz des TierSchG

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf

dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund

Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

5.2. Sofortige Videoüberwachung von Schlachthöfen (Petition)

Schlachtung

Osterlämmerschlachtung

5.3. Sofortiges Verbot des Schächtens

Schlachten und Schächten

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5.4 Sofortiges Verbot des Schenkelbrandes

Der Schenkelbrand verursacht Verbrennungen dritten Grades. Heutzutage gibt es Mikrochips, die

die Zugehörigkeit des Pferdes schmerzfrei und kostengünstig belegen. Bei der letzten

Verbotsdebatte hat sich offen herauskristallisiert, dass Pferdezüchter und -besitzer den

Schenkelbrand aus nostalgischen Prestigegründen beibehalten wollen. Die Pferdehaltung ist (auch

historisch bedingt) immer ein Status- und Prestigeobjekt gewesen und aus rückwärtsgewandtem

"Traditionsbewusstsein" wollen diese Pferdehalter auf Auktionen und bei Pferderennen ihr

"Eigentum" für alle eindeutig auf den ersten Blick erkennbar präsentieren.

Im Oktober 2012 wurde beschlossen, dass der betäubungslose Schenkelbrand bis 2018 beibehalten

werden soll. Unweigerlich stellt sich die Frage, warum die von Ministerin Aigner vorgeschlagene

Änderung von der Union und der FDP abgelehnt wurde und erst in 5 Jahren ein größerer Tierschutz

in Kraft treten soll? Wir bitten Sie hiermit, den Schenkelbrand wieder auf die Tagesordnung zu

setzen, um den vielen Pferden schon eher diese Verbrennungsschmerzen dritten Grades zu

ersparen.

5.5 Einführung eines bundesweiten Tierführerscheins

Ein Hundeführerschein würde die Hundehalter im Umgang mit ihrem Tier schulen. Kompetenz und

Wissen um die Eigenarten eines Haustieres hat noch nie geschadet. Viele Tiere werden in das

Tierheim gebracht, weil die Menschen überfordert sind. Außerdem können dadurch sicherlich viele

Beißunfälle verhindert werden. In Niedersachsen sind ab dem 01. Juli 2013 der Mikrochip und der

Sachkundenachweis verpflichtend. Forcieren Sie dies bundesweit.

5.6 Gesetzlich festgelegte Kastration und Registrierung von freilaufenden Katzen

5.7. Strengere Bestrafung von Tierquälerei

Hier sei der Grundsatz des Tierschutzgesetzes zitiert: Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt. Studien

belegen, dass sehr viele Gewalttäter erst Tiere gequält haben, so dass eine strengere Verfolgung

von tierquälerischen Handlungen auch als Präventivmaßnahme zum Schutz von Menschen

angesehen werden kann. Aktuelle Statistiken belegen einen bundesweiten Anstieg von Tierquälerei.

5.8. Verbot von Hobbyzucht

(und nur die Zulassung von streng limitierten und zertifizierten Züchtern, die unter ständiger

behördlicher Kontrolle stehen)

5.9. Illegalen Welpenhandel aus dem Ausland strenger reglementieren (inkl. Onlinehandel)

5.10 Reptilien- und Amphibienhalter und -handel strenger reglementieren (inkl. Onlinehandel)

www.peta.de/web/reptilien.1644.html

beweist eindrücklich die Notwendigkeit, Reptilien und Amphibien schon im Ursprungsland (illegaler

Handel mit z.T. gefährdeten Arten), dann in Zoohandlungen (Verlustrate bis zu 70 %) und

letztendlich vor ungeschulten, unwissenden Privathaltern gesetzlich besser zu schützen. Mit dem

unkontrollierbaren Onlinehandel und den allerorten vorhandenen Reptilienbörsen öffnen sich leider

weitere Möglichkeiten, diesen exotischen und empfindlichen Tieren Schmerz und Leid zuzufügen.

5.11. Verbot der Tierversuche an Affen

Die Tierversuchsrichtlinie der EU sollte strenger umgesetzt, Alternativforschung stärker gefördert

werden. Ein generelles Verbot von Tierversuchen mit hochentwickelten Lebewesen wie Affen (u.a.

in der Grundlagenforschung, z.B. an der Uni Bremen) ist schnellstens aus ethisch-moralischen

Gründen zu erlassen.

5.12. Genauere Definition von §11b Verbot von Qualzuchten

Die Zuchtstandards für Hunde, Katzen, Vögel, Kaninchen, Nutztiere u.a. dürfen nicht das Tierwohl

unterlaufen und sollten daher strenger reglementiert werden. Die meisten Züchtungen werden aus

Prestige-, Eitelkeits-, Wettbewerbs- und letztlich finanziellen Gründen getätigt. Mit "Tierliebe" hat

dies rein gar nichts mehr zu tun: Es ist eine, zumeist skrupellose, Objektivierung des Lebewesens

Tier aus niederen (s.o.) Beweggründen.

Sie als gesetzgebende Instanz müssen die wehrlosen Tiere vor solchem menschlichem Missbrauch

durch entsprechende Gesetzgebung schützen. Nachgewiesenerweise verarmt der Genpool einer Copyright (Text) by Hans Joachim Richter www.tiere-brauchen-schutz.de

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Rasse bei Überzüchtung, die Folgen sind neben dem täglichen Leid der Tiere (etwa eingeschränkte

Atemtätigkeit und Bewegungsfähigkeit) "Inzuchtprobleme und Gendefekte".

www.zeit.de/2012/11/Tierschutz-Qualzucht

5.13. Bundesweit kommunales Taubenmanagement einführen

Die Behandlung der Tauben ist nicht hinnehmbar. Oftmals handelt es sich um verwilderte

Brieftauben, viele sind verletzt und unterernährt. Taubenmanagement in Städten hat sich als

wirksam erwiesen, die Population klein zu halten. Als Beispiel sei das Taubenmanagement in

Aachen genannt, das mit dem NRW-Tierschutzpreis ausgezeichnet wurde:

www.etnev.de/projekte/allgemein/vorbildliches-taubenmanagement-in-aachen

5.14. Bundesweite Tierschutz-Verbandsklage von Tierschutzverbänden

Bremen, das Saarland und NRW haben die Verbandsklage endlich eingeführt (wenngleich noch

verbesserungswürdig). Sie als Bundestagsabgeordneten sollten die bundesweite Einführung der

Tierschutz-Verbandsklage forcieren. Zu Recht wird argumentiert, dass die Verbandsklage auch den

Rechtsstaat stärkt, da durch die Tierschutzorganisationen eine stärkere Kontrolle der

Massentierhaltungsbetriebe, der Zirkusse, der Zoos, der Jäger auf rechtlicher Ebene gewährleistet

ist. Die vielen Skandale und Missstände in diesen Bereichen belegen die Notwendigkeit einer

Kontroll- und Klageinstanz zur Einhaltung des Tierschutzgesetzes und dem Schutz der wehrlosen

Tiere.

Die renommierte Albert-Schweitzer-Stiftung nimmt zum aktuellen Stand der Verbandsklage wie

folgt Stellung:

albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/die-tierschutz-verbandsklage-in-deutschland

5.15. Bundesweites Verbot von Rodeos

Nachweislich bedeuten Rodeos, wo sich "Möchtegern-Cowboys" an armen, überforderten Tieren

einem ignoranten Publikum präsentieren, einen immensen Stress für die Tiere. Es kommt oft zu

Verletzungen, der Flankengurt ist mehr als umstritten, die Tiere werden forciert wild gemacht etc.

www.anti-rodeo.org/german1.htm informiert kompetent über die zu Vergnügungszwecken

missbrauchten Tiere, deren Leiden dergestalt sind, dass gegen das Tierschutzgesetz verstoßen

wird, da Unterhaltung kein hinlänglicher Grund ist, Pferde, Kälber und Rinder dermaßen zu stressen

und zu quälen.

"§ 1 Grundsatz des TierSchG

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf

dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund

Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

5.16. Den Verkauf von "Futtertieren" tierschutzgerecht gestalten

Die sogen. "Futtertiere" (Heuschrecken, Heimchen u.a.) finden in Tierschutzfragen kaum

Beachtung. Der österreichische Verein RespekTiere hat sich dieser Insekten und ihrer

tierquälerischen Haltung in kleinen PVC-Boxen angenommen

www.respektiere.at/news700px.php und

www.respektiere.at/news700px.php.

Auch diese Tiere verdienen eine artgerechtere Haltung als kleine PVC-Boxen: Die Verlustrate ist

über 50 %. Diese Negierung des tierischen Lebens ist nicht akzeptabel und sollte verbessert

werden.

5.17. Verschärfung des §175b: Zoophilie als Straftat (nicht nur als Ordnungswidrigkeit) werten.

Bericht:

Copyright (Text) by Hans Joachim Richter www.tiere-brauchen-schutz.de

Text: Hans Joachim Richter, vervollständigt und perfektioniert von H. Bier Video- und sonstige Textrechte der Links bei den jeweiligen Verfassern.

Auch wenn sich der ehemalige Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Winfried Hassemer,

gegen eine Verschärfung ausspricht, so ist es doch für jeden mitfühlenden Menschen offensichtlich,

dass Tiere Schmerz und Leid empfinden können und einen artwidrigen Gewaltakt als traumatisch

empfinden. Die von Hassemer vorgebrachte Unvereinbarkeit mit "liberalem Strafrecht" ist in

keinster Weise hinlänglich, denn auch der sogen. Liberalität muss Grenzen gesetzt werden, die

dem heutigen Stand der Forschung (Tiere haben Gefühle, Schmerz- und Leidensfähigkeit und

können Traumata entwickeln) entsprechen:

Als Beispiel sei der Schauspieler und Tierschützer Hannes Jaenicke genannt, der in Indonesien

Orang-Utans begegnet ist, die über längere Zeit Sodomisten ausgesetzt waren: Die

Traumatisierung der Orang-Utans war so offenkundig, dass auch der liberalste Strafrechtler einen

Verstoß gegen den § 1 des Tierschutzgesetzes konstatieren müsste.

Es ist ethisch einfach nicht hinnehmbar, Gewaltakte an schutzlosen Tieren zu tolerieren und nur als

Ordnungsstrafe zu werten. Auch Tierärzte, die mit durch Sodomie verletzten Tieren zu tun haben,

fordern eine Verschärfung des § 175b: www.tieraerzte-gegen-zoophilie.de

Tiere bedürfen (ebenso wie Kinder) eines besonderen Schutzes durch die Gesetzgebung, da sie

ihrer Umgebung in größtem Maße ausgesetzt sind und nicht für sich selber sprechen können. Wir

alle tragen Verantwortung für die uns ausgelieferten Tiere und Sie als Gesetzgeber sind in

besonderem Maße verpflichtet dem Rechnung zu tragen, indem Sie die schwächsten der schwachen

Mitgeschöpfe vor einem verbrämten Liberalismus schützen.

Die Süddeutsche schreibt hierzu: "Dass Tiere nicht für sexuellen Kontakt mit Menschen geschaffen

sind, bestätigen Tierärzte und Verhaltensbiologen. “Wir reden hier nicht vom Hundeschmuser, der

seinen Tieren mal ein Küsschen gibt oder ihm die Ohren krault" stellt FDP-Experte Goldmann klar.

Er ist ebenfalls ausgebildeter Tierarzt und überzeugt, dass es der Tierschutz gebiete, Tiere vor

solch artwidrigem Verhalten zu schützen." aus: www.sueddeutsche.de/politik/agrarausschuss-

entscheidet-ueber-zoophilie-sexueller-kontakt-zu-tieren-soll-bestraft-werden-1.1535498

Wir unterstützen die Forderungen des Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas

Schröder, Zoophilie als Straftat zu bewerten: "Wir halten es für inkonsequent, solches Verhalten

nur als Ordnungswidrigkeit zu werten und mit einer Geldbuße zu ahnden“.

"Es ist doch völlig unlogisch, dass die Verbreitung von Tierpornografie – also die Darstellung des

sexuellen Missbrauchs von Tieren – strafbar ist, der Missbrauch selbst jedoch nicht.“ " (aus:

www.taz.de/!106256/)

6. Stärkung der Kompetenz der Veterinärsämter und deren unabhängige Kontrolle

Dies durch Mitarbeiteraufstockung und strikteren Vorgaben bei der Kontrolle.

Dringend empfohlen erscheint eine übergeordnete Kontrollinstanz aus verschiedenen, neutralen

Interessenvertretern zur Kontrolle der Veterinärsämter angesichts der Vielzahl von Fällen der

unzureichenden Aufgabenerfüllung dieser Behörde. Aktuellster Fall ist der der Elefantin Mädi, die

nachgewiesenermaßen körperlich stark eingeschränkt war, doch das Veterinäramt erlaubte

trotzdem die lange Reise nach Estland, wo Mädi letztendlich verstarb (s. 1. und

www.peta.de/web/elefantendame.7394.html)

7. Streichung der Finanzierung von tierquälerischer Käfighaltung in Drittländern

Die EU finanziert über die EBRD (European Bank for Reconstruction and Development), und

Deutschland über Hermesbürgschaften, tierquälerische Massentierhaltung (insbes. Käfighaltung) in

der Ukraine, der Türkei u.a.. Diese Haltungsformen sind hier verboten. Dies ist ein Tierschutz- und

Politikskandal.

deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/06/18/eu-218-millionen-aus-steuermitteln-fuermassen-

tierhaltung/

www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen_ID_2000147/2013/juni/fdp-ignoriertweiterhin-

deutsches-tierschutzrecht-neue-hermesbuergschaft-fuer-tierfabrik_ID_4389262.html

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Text: Hans Joachim Richter, vervollständigt und perfektioniert von H. Bier Video- und sonstige Textrechte der Links bei den jeweiligen Verfassern.

8. EU-weite Verkürzung der Dauer von Tiertransporten auf 8 Stunden und Streichung der

Transportsubventionen

Auf EU-Ebene sollten Sie eine europaweite Zeitbegrenzung der Tiertransporte vorantreiben. Die

europaweite Initiative www.8hours.eu hat Mitte 2012 mehr als 1,1 Mio. Unterschriften in

Brüssel vorgelegt. Bislang ist leider noch nicht viel zugunsten der leidenden Nutztiere geschehen.

Die Tierschutzorganisation www.animals-angels.de dokumentiert immer wieder aufs Neue

das schreckliche Leiden der Tiere durch skrupellose Tiertransportunternehmen. Einfach unhaltbar,

dass die EU (und Deutschland als größter Nettozahler) diese unerhörte Tierquälerei subventioniert.

Es gibt den unglaublichen Fall, dass Rinder tagelang aus Nordosteuropa nach Südeuropa

transportiert, dort geschlachtet wurden und das Fleisch dann wieder in das nördliche Europa zum

Verkauf zurückgebracht wurde (es scheint kein Einzelfall zu sein). Auch Deutschland macht solch

einen Subventions- und Tierqualirrsinn möglich: Ein entschiedenes Veto in Brüssel ist an dieser

Stelle von Ihnen gefordert.

9. Stärkung der kleinbäuerlichen Betriebe und der Biolandwirtschaft und die (EU-)

Subventionen für die industrielle Massentierhaltung kürzen

Die neue EU-Agrarreform weist den Weg hin zu mehr Förderung der klein- und mittelbäuerlichen

Betrieben und der Streichung der immensen Subventionen für die Massentierhaltungsindustrie.

Diese Reform ist zukunftsweisend, da sowohl der Tier-, als auch der Natur- und Landschaftsschutz

(Böden, Wasser, Ökosysteme, Lebensräume) gestärkt werden. Wir bitten Sie, diese Agrarreform

verstärkt in Deutschland umzusetzen und voranzutreiben.

10. Regulierung der Putenmast

In NRW wollen Grüne/SPD endlich Einführung rechtsverbindlicher Mindeststandards für die

Putenhaltung

www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD16-3422.pdf

Hieraus: In Deutschland gibt es bislang "keine artspezifischen Vorschriften in der Tierschutz-

Nutzierhaltungsverordnung (TierSchNutztV), wie sie bspw. für Hühner, Schweine oder Rinder

gelten. Bislang gibt es lediglich eine Selbstverpflichtung der Geflügelverbände"

Sie wollen diese rechtsverbindlichen Mindeststandards in NRW, aber auch durch B-ratsinitiativen

bundesweit durchsetzen und auf EU-Ebene forcieren.

11. Regulierung der Kaninchenmast

Auch bei der Kaninchenmast mangelt es an gesetzlichen Richtlinien, die Mindeststandards in der

Haltung vorschreiben. Die jetzige Käfighaltung ist eindeutig artwidrig.

Nähere Informationen gibt es beim Aktionsbündnis:

www.kaninchenmast.info/wp/

Hieraus: "Mit der Kampagne „Kaninchenmast, nein danke“ wollen wir die Abschaffung der

Käfighaltung von Kaninchen sowie eine klare gesetzliche Haltungsverordnung erreichen.(...)

(...) eine gesetzliche Haltungsverordnung gibt es nicht"

Nachfolgend eine Zusammenfassung der einzelnen Forderungen:

1. Wildtierverbot in Zirkussen

2. Verbot von Delphinarien

3. Verbot von Pelztierfarmen

4. Länderübergreifende Novellierung des Jagdgesetzes

5. Erneute Novellierung des Tierschutzgesetzes

6. Stärkung der Kompetenz der Veterinärsämter

7. Streichung der Finanzierung von tierquälerischer Käfighaltung in Drittländern

8. EU-weite Verkürzung der Dauer von Tiertransporten auf 8 Stunden und Streichung der

Transportsubventionen

9. Stärkung der kleinbäuerlichen Betriebe und der Biolandwirtschaft und die (EU-)

Subventionen für die industrielle Massentierhaltung kürzen

10. Regulierung der Putenmast

11. Regulierung der Kaninchenmast

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Text: Hans Joachim Richter, vervollständigt und perfektioniert von H. Bier Video- und sonstige Textrechte der Links bei den jeweiligen Verfassern.

Die Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel 2002 in das Grundgesetz gebietet es Ihnen als

Volksvertreter, alle Tiere und hierbei insbesondere auch gerade die sogen. "Nutztiere", vor Leiden,

Schmerzen, Missbrauch, Misshandlung (durch z.B. finanziell-ökonomische Interessen oder

menschliche Unzulänglichkeiten und Schwächen) zu schützen: Bitte nehmen Sie diesen

Verfassungsauftrag ernst und entscheiden Sie sich (auch wenn nötig gegen wirtschaftliche

Erwägungen) Ihre Stimme für die Schwächsten der uns anvertrauten Lebewesen zu erheben und

den Tierschutz als verfassungsgebundenen Auftrag ernst zu nehmen.

Die Mehrheit der Deutschen spricht sich in Umfragen stets für einen verbesserten Tierschutz aus:

"Das geht aus einer Infratest-Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervor,

deren Ergebnisse der Süddeutschen Zeitung in Auszügen vorliegen. Demnach ist es 89 Prozent der

befragten Konsumenten "sehr wichtig" oder "wichtig", dass Lebensmittel aus besonders

tiergerechter Haltung stammten. Nur elf Prozent meinten, dies sei "weniger oder gar nicht wichtig"

(http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/neue-lebensmittelkennzeichnung-mehr-sterne-mehrtierschutz-

1.1573062).

Sie als gewählte Vertreter des Volkes sollten die Wünsche der Bundesbürger nach mehr und

verbessertem Tierschutz ernst nehmen und verstärkt im Sinne eines umfassenderen, effektiveren

Tierschutzes entscheiden.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Joachim Richter,

Heike Bier und alle Empathie fähigen Menschen.

Hans Joachim Richter

www.tiere-brauchen-schutz.de

 

 

 

 

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