Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Notwendiges Übel

21.07.2015, Joachim H. Rudek, Rostock
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Leserbrief »Schildbürgerstreich?«"
im Rostocker Blitz vom 19.07.2015

Sehr geehrter Herr F. K. Schmidt, zum Ausbau der Rigaer Straße gibt es bedauerlicherweise für die Öffentlichkeit keinerlei Informationen. Wäre das anders, hätte sich Ihre Feststellung erübrigt. Es ist schon so, dass viele Dinge für den Normalbürger nicht zu begreifen sind. Darum geht es auch gar nicht. Maßstab allen Handelns ist immer, was ist rechtlich zulässig und ökonomisch sinnvoll. Mit dem Ausbau der Rigaer Straße sollen zwei Forderungen erfüllt werden: 1. Die notwendige Grundüberholung des Straßenkörpers und 2. eine drastische Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit. Wir wissen aus den vergangenen Jahren, dass die Tempobegrenzung auf 30 km/h kaum oder gar nicht eingehalten wurde. Das würde auch nach der Fertigstellung der Straße so sein, wenn nicht andere Hindernisse zum langsamen Fahren zwingen. Dazu gehören die genannten Kreisel. Der Wegfall gesonderte Fahrradwege und die Verengung der Fahrbahnen folgt nebenbei auch ökonomischen Zwängen.

Ihre Feststellung, dass die neuen Fahrradwege auf der Fahrbahn vor jedem Kreisel enden, ist richtig, gewollt und rechtens. Der in den Kreisel einbiegende Fahrradfahrer soll den nachfolgenden Autoverkehr zur Geschwindigkeitsreduzierung zwingen. Zugegeben, mit einem großen Sattelzug im Nacken kein schönes Gefühl für den Radler. Erhebungen in der Praxis haben (angeblich) ergeben, dass die Unfallzahlen sanken.

Nun ist das für einen jüngeren Radfahrer mit Führerschein sicherlich kein Problem, sich bei der Einfahrt in den Kreisverkehr richtig zu verhalten. Links vor Rechts, anders als sonst. Bei älteren Menschen ohne Kenntnis der Verkehrsregeln, und das ist im Lütten Klein immer wieder sichtbar, habe ich da so meine Zweifel. Diese Leute werden auf den Bürgersteig ausweichen.

Aber noch einmal. Diese Bauweise ist kein Schildbürgerstreich und in dieser Variante zulässig. Näheres können Sie dem »Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren« entnehmen. Ich bin auch nicht glücklich mit dieser Lösung. Doch seien Sie versichert, der Projektbearbeiter im Tiefbauamt der Hansestadt Rostock wird die notwendigen Bauvorschriften kennen und das Amt folgt den ökonomischen Vorgaben der Bürgerschaft. Gewöhnen wir Kraftfahrer uns zukünftig an den Schrittverkehr in der Rigaer Straße.

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