Mecklenburger Blitz Verlag

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Nichts Neues!

14.07.2015, Helmut Kurzmann, Görslow

Vor dem amerikanischen Kongress sagte General Dunford, dass Russland für die USA eine Bedrohung darstelle. Wie, das sagte er nicht, aber dass Russland die USA bedrohe, stand für ihn fest. Als zweite Bedrohung nannte er China, der Islamische Staat kam erst als drittrangiger. Für ihn ist also der kalte Krieg wieder voll zugange, eigentlich war er noch nie so richtig zu Ende.

In der Nr. 26 der Super Illu war unter Umfrage der Woche zu lesen. »Das Pew-Resarch-Center (USA) fragte: Soll sich Deutschland bei einem ernsthaften militärischen Konflikt mit Russland beteiligen? 58 Prozent der Deutschen sind dagegen, ein NATO-Nachbarland militärisch zu unterstützen.«

Herr Stoltenberg, der NATO-Generalsekretär, fordert alle NATO-Staaten auf, den Wehr-Etat zu erhöhen, also aufzurüsten. Das gibt doch irgendwie zu denken! Denn wenn die USA sich bisher irgendwie bedroht fühlte, gab es immer Krieg. Beim Angriff auf Afghanistan fühlten sich die USA durch den Islam bedroht. Gegen Irak, von Massenvernichtungswaffen, die es nie gab. Gegen Grenada, das gegen die USA wie ein Fliegenschiss wirkt, von Kubanern, die einen Flughafen bauten. Die Liste könnte beliebig lang fortgesetzt werden. Nun ist also Russland eine Bedrohung? Oder sind es die Bodenschätze Russlands, die locken? Russland hat viel und große Reserven, das fördert das Risiko eines Konflikts. Vielleicht gibt es wieder mal ein Gleiwitz? Wäre doch nicht neu! Bisher gelang es den Herrschenden immer wieder, die Völker kriegswillig zu machen, obwohl das Volk immer die meisten Opfer zu bringen und die größten Lasten zu tragen hatte und anfangs dagegen war. Die NATO ist dabei, Russland einzukreisen, Ukraine, Georgien und Moldawien sind die nächsten Kandidaten.

Aber man darf bitte nicht vergessen, Russland ist eine Atommacht und hat auch die entsprechenden Raketen, seine Atombomben treffsicher zu platzieren. Das sollte man bitte auch bedenken, wenn man die USA gegen Russland unterstützen will. Ich glaube die USA richten sich nach dem Spruch, »Willst du nicht mein ›Diener‹ sein, so schlag ich dir den Schädel ein.« Die USA dulden nur Untergebene neben sich, keine souveränen Staaten wie Russland und China. Die Bedrohungstheorien werden propagiert, die psychologische Kriegsführung wird eröffnet.

Inwieweit es vom kalten zum heißen Krieg kommt, das entscheidet ganz allein die NATO, an der Spitze die USA. Wenn es wirklich soweit kommen sollte und Deutschland treu an der Seite der USA steht, ist Deutschland das erste Land, das in einem Atomkrieg vernichtet wird. Die USA ist weiter weg und wird somit auch etwas später getroffen, aber getroffen werden die USA unter Garantie auch.

Der letzte Krieg in den USA war der Bürgerkrieg 1861-1865, sonst führten die USA immer Kriege in fremden Ländern. Aber diesmal werden sie es im eigenen Land spüren, was Atomkrieg bedeutet. Darüber sollten alle Verantwortlichen einmal so richtig nachdenken.

Brecht sagte über Karthago: »Das große Karthago führte drei Kriege. Es war groß und mächtig nach dem ersten, noch vorhanden nach dem zweiten, aber nicht mehr auffindbar nach dem dritten.« Die Geschichte wiederholt sich manchmal, nur unter anderen Namen, Vorzeichen und Umständen. Ist Deutschland ein modernes Karthago? Oder vielleicht die USA? Nachdenken lohnt sich immer!

Helmut Kurzmann, Görslow

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