Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Nichts geht über ein Kurzzeitgedächtnis!

10.08.2014, Ulf-Harry Kugelmann, Stralsund

Der stadtbekannte Personenkreis, der z.Zt. mit großer Vehemenz die Ehrenbürgerschaft für Herrn Lastovka fordert, scheint nicht nur erst seit heute an temporärer Demenz zu leiden, sondern wohl schon seit Jahren.

Zur Erinnerung:

Das Landgericht Stralsund hatte den Prozess gegen den früheren Stralsunder Oberbürgermeister Harald Lastovka wegen Untreue und versuchten Prozessbetrugs endgültig eingestellt. Aber doch nicht, weil seine Unschuld bewiesen wurde, sondern ein

erneutes neuropsychiatrisches Gutachten zu dem Ergebnis kam, dass sich an der Verhandlungsunfähigkeit nichts mehr ändern würde.

Andererseits war Herr Lastovka jedoch in der Lage, sein Porträt im Rahmen einer Festveranstaltung im Löwenschen Saal des Rathauses zu bewundern.

 

Hingegen wurde der Anwalt des früheren Stralsunder Oberbürgermeisters, Hans-Jörg Schüler, wegen Untreue zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem verhängte das Landgericht Stralsund gegen ihn eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro.

Der Prozess gegen Hans-Jörg Schüler soll demnächst vor dem Landgericht Rostock neu aufgerollt werden

 

2009 zog Herr Lastovka seine Kandidatur für die Bürgerschaft zurück, nachdem ihm der mangelnde Rückhalt innerhalb seiner Partei deutlich wurde. Der 64-jährige habe sich unbestrittende Verdienste für die Stadt erworben. Er sehe aber nicht ein, dass seine Zeit l ä n g s t abgelaufen sei, hieß es.

 

Bevor diese Ehrenbürgerschaft zu einer deutschlandweiten Lachnummer ausartet, es wäre ja nicht die erste Nummer , sollte Herr Lastovka erst einmal gefragt werden, ob er diese Ehrung überhaupt wünscht.

Oft zeigt erst der Verzicht w a h r e Größe!

 

 

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