Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Nicht kampflos aufgeben!

16.10.2014, Brigitte Schneider, Warnemünde

In diesen Oktobertagen wird in allen Medien daran erinnert, zu welchen Veränderungen das Volk fähig ist, wenn es seine Forderungen formuliert und diese öffentlich bekundet. Die am 5. November geplante Großdemonstration für das Volkstheater sollten wir alle zum Anlass nehmen, um den politisch Verantwortlichen zu zeigen, dass sich die Rostocker es nicht gefallen lassen, dass ein so traditionsreiches Theater amputiert wird.

Es ist beschämend für uns alle, wenn wir nur stumm den Kopf in den Sand stecken und wenn jeder allein vor sich hin weint, weil er erleben muss, dass immer mehr Lebensqualität vom Inquisitor Geld zunichte gemacht wird. Wenn schon der Minister, Herr Brodkorb, den Zusammenhang von Bildung und Kultur nicht begreift, sollte es eigentlich genug andere Politiker geben, die dialektisch denken können und nicht nur den Wunsch, sondern die Forderung der mehrheitlichen Rostocker nach Erhalt und Entwicklung des Theaters und anderer kultureller Einrichtungen der Stadt unterstützen.

Persönlich wünsche ich mir, dass die Teilhabe am kulturellen Leben auch jenen ermöglicht wird, die sich nicht die teilweise hohen Eintrittspreise leisten können. Und dabei denke ich nicht nur an das Theater, denn Kultur ist mehr als Theater. Ich möchte mich auch an die vielen Vereine und Verbände in der Stadt, insbesondere an die Patientenselbsthilfeorganisationen wenden und sie auffordern, sich an der Demonstration zu beteiligen, denn Kultur und Kunst bereichern das Leben, schaffen Freude und interessante Erlebnisse mit Freunden und Bekannten, lenken ab von Sorgen, Problemen und Schmerzen und helfen auf eine ganz spezifische Art, diese zu bewältigen. Ich weiß, wovon ich als chronisch Kranke rede. Lassen wir uns nicht ein Stück Lebensfreude wegnehmen und demonstrieren wir am 5. November dafür, dass die Demokratie von »unten« nach »oben« auch nach der gesellschaftlichen Wende vor 25 Jahren noch funktioniert, wenn viele es wollen.

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