Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Nicht jeder ist verdächtig ...

16.11.2017, Haiko Hoffmann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Wer das Eine will ..."
im Schweriner Blitz vom 12.11.2017

Einerseits kann ich verstehen, wenn jemand Sicherheitsmaßnahmen wie Kameraüberwachung begrüßt, auch wenn dies gewisse Fragen aufwirft in Hinsicht auf gewisse Freiheiten.

Andererseits ist es irreführend, dies auf die Terrorgefahr abzustellen, da nur diese als Hintergrund angeführt wird. Gewiss ist die Terrorgefahr allgemein gegeben, der wir alle potentiell ausgesetzt sind, aber die Überwachung geschieht nicht deswegen, sondern eher zur allgemeinen Sicherheit v. a. bezüglich der tatsächlichen, realen kriminalstatistischen Lage insgesamt. Die Polizei hat dies deutlich gemacht, und Terrorabwehr spielt darin überhaupt keine Rolle.

Vielmehr geht es um real stattfindende Delikte, v. a. Eigentumsdelikte, Ladendiebstähle, körperliche Gewalt oder Schwarzfahrten. Ja, es ist auch ein Anstieg zu verzeichnen in Sachen Kriminalität von Ausländern, d. h. von EU-Bürgern, Touristen und Asylbewerbern. Man spricht von ca. 20% der Gesamtzahl an Delikten. 80% wurden 2016 demnach von deutschen Staatsangehörigen verübt. Diese und weitere Zahlen sprechen natürlich ihre Sprache. Mir ging es nur darum zu sagen, dass jene Überwachungsmaßnahmen, über die man sicher unterschiedlicher Meinung sein kann, nicht der Terrorabwehr dienen, sondern der Sicherheit unserer Bürger insgesamt. Eine Kamera könnte Terroristen eh nicht abhalten, Böses zu tun. Wir würden es erst hinterher merken, vor allem, wenn ein Verrückter etwas plant, was keine pauschale Verdächtigung gegen eine ganze Gruppe rechtfertigt.

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