Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Nicht in den Schmutz treten

24.02.2012, M. Lehmann

Tatsache ist: Nachdem es die Sowjetische Besatzungszone gab wurde hier sofort mit der Reparation an die Sowjetunion begonnen. Es gab in Neubrandenburg die Große Turnhalle der Knabenschule an der Katarinenstraße. Die wurde als Sammellager für Radios, Nähmaschinen, Fahrräder und andere Dinge genutzt. All die Gegenstände wurden in Waggons verladen und in die SU verbracht. Zwei Großbetriebe in Neubrandenburg wurden demontiert, es wurden sogar die Heizkessel mit Panzern aus den Hallen gezogen und alles wurde in die SU abtransportiert. Alles das habe ich mit eigenen Augen gesehen. Die Innenstadt lag zu 90 Prozent in Schutt und Asche. Wir haben sozusagen bei 0 angefangen. In den drei anderen Besatzungszonen haben die Eigentümer ihre Werke zurück bekommen und sie konnten die Werke mit Mitteln aus dem Marshallplan wieder in Betrieb nehmen. Nachdem bei uns die Produktion dann einigermaßen anlief, mussten wir trotzdem unter dem Embargo, das in der Hauptsache von den USA verhängt worden war, leiden. Moderne Elektronik und andere Dinge durften nicht in die DDR importiert werden. Nachdem die Bundesrepublik die DDR als souveränen Staat anerkannt hatte, lohnte es sich in die DDR zu investieren in Form von Krediten. Mit den Krediten wurden die Betriebe modernisiert und damit die Produktion gesteigert. Es war so möglich mehr Artikel in die BRD zu exportieren, die weit unter dem Weltmarktpreis verhökert wurden. Für die BRD waren das profitable Geschäfte, da standen nicht die armen Brüder und Schwestern im Vordergrund, sondern der Profit wie wir heute wissen. Ich finde es verwerflich, dass irgendwelche dubiosen Menschen die Leute, die im Schweiße ihres Angesichtes die DDR aufgebaut haben, in den Schmutz treten und als IM und als Schild und Schwert der Partei abtun.

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