Mecklenburger Blitz Verlag

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Nicht alles braucht Gesetze

06.04.2016, Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin

Das unendliche Gezerre um Ladenöffnungszeiten und Sonntagsverkäufe, ist eine typisch deutsche Marotte, alles gesetzlich regeln zu wollen. Warum kann es nicht einfach den Händlern überlassen werden, ob und wann er sein Geschäft öffnet?

Wir orientieren uns so gerne an Amerika. Aber dort sind die Geschäfte, selbst in kleinen Städten, rund um die Uhr geöffnet. Selbst im katholischen Polen ist es völlig normal, dass die Geschäfte am Sonntag öffnen.

Warum also müssen sich in Deutschland die Gewerkschaften und die Kirchen in diese Entscheidungen einmischen, obwohl ihre Begründungen für eine Ablehnung der Sonntagsverkäufe, nur vorgeschoben und nicht stichhaltig erscheinen.

Hundertausende Menschen in Deutschland leisten ganz selbstverständlich Wochenendarbeit, die wir alle hoch schätzen, ohne dass ihre Familien daran kaputt gehen und die religiöse Überzeugung darunter leidet. Natürlich kann man die Frage stellen, ob es notwendig ist, am Wochenende einzukaufen, aber die Realität zeigt doch, dass am Sonntag geöffnete Geschäfte, sehr viele Kunden anziehen, die Zeit und Musse haben, um einzukaufen. Und zu einem richtigem Bäderleben gehört auch, dass man auch am Sonntag einen Geschäftebummel machen kann. Man darf den Händlern wohl durchaus zutrauen, dass sie mit ihren Angestellten Regelungen finden, die beide Seiten zufriedenstellen. Dazu braucht es weder die Gewerkschaft, noch die Kirche.

Karl-Heinz Fehrmann, Schwerin

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