Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Nepp im Volkstheater

22.11.2018, Joachim Risse

Vorweg: Diese Beschwerde richtet sich in erster Linie an die Pächter der Besucher-Buffets. Aber sie richtet sich auch an das Volkstheater, denn dieses sollte nur an die Pächter verpachten, die den Theater- und Konzertbesuchern die Pause wirklich verschönern.

Wie immer hatte ich vor Konzertbeginn (18. November) für die Pause an dem Buffet an der linken Seite zwei Glas roten Martini bestellt und dazu gesagt, dass wir für beide für die Pause einen Sitzplatz benötigen, da wir zusammen 161 Jahre alt sind. »Roten Martini gibt es nicht, nur weißen.« Als gelernte DDR-Bürger sind wir an Mangelwirtschaft gewöhnt. Also gut, dann eben zwei Gläser weißen Martini. »12 Euro.« Ich war verblüfft, zahlte aber ohne zu murren. Vielleicht ist der weiße ja teurer als der rote? »Sie sitzen Tisch 15.« In der Pause brauchten wir etwas Zeit, ehe wir aus dem Saal kamen und den Tisch fanden. Dort saßen drei Damen mit Getränken, weitere Stühle gab es nicht. Für uns gab es zwei Gläser, gefüllt mit Martini und Eiswürfeln, zusammen in jedem Glas etwa 5 cl. Ich nahm ein Glas und beschwerte mich an der Theke über den Nepp (5 cl für 6 Euro) und darüber, dass wir keine Sitzplätze hätten. »Ja, die Preise machen nicht wir und für die fehlenden Stühle können wir nichts.« Meine Frau hatte inzwischen einen Stuhl gefunden. Ich stand gelangweilt da und hatte Zeit, mir die aushängende Getränkekarte anzusehen. Da stand: 10 cl Martini 5 Euro. Das ist auch ein stolzer Preis. Voller Zorn nahm ich unsere beiden Gläser, drängte mich wieder durch die anstehende Schlange und wurde von der zweiten Kollegin mit der Martiniflasche in der Hand mit den Worten empfangen: »Wir haben uns geirrt.« und goss mir nach. Auf meine Aufforderung hin (nicht unaufgefordert und auch nicht zu der Zeit, als sie den »Irrtum« bemerkt hatten) bekam ich auch die überzähligen 2 Euro zurück.

Ein Super-Service, bestehend aus Nepp und vielleicht auch Betrug. Das Konzert nach der Pause war so gut, dass es einen Teil des entstandenen Ärgers überdeckte.

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.