Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

MV ist Schlusslicht

30.12.2017, Martina Plischka, Plau am See

Mecklenburg-Vorpommern ist Schlusslicht bei den Gewinnen aus dem Tourismus. Gegen Ende des Jahres kam eine Meldung in den Nachrichten, die man dringend analysieren sollte:

MV gilt als Schlusslicht, wenn es um die Gewinnzahlen aus dem Tourismus geht und das in einem Landstrich, der außer dem Tourismus kaum nennenswerte Gewerbegebiete für Industrieunternehmen aufweist. Wenn nicht bald ein Umdenken bei den Gemeinden erfolgt, gehen die Gästezahlen noch weiter in den Keller. Dabei sind die Probleme hausgemacht: Gäste zu beherbergen, hat in der Hauptsache etwas mit Gastlichkeit zu tun und dem Analysieren: Was wünscht sich der Gast eigentlich? Was machen andere Landstriche oder Länder besser, dass dort so viele Touristen immer wieder hinfinden? Es nützt nichts, wenn ich das fünfte oder sechste Fischlokal auf der Meile eröffne, vielerorts gibt es in den Tourismusorten keinerlei Vielfalt. Das hängt wiederum damit zusammen, dass sich einige Ortsansässige das Territorium untereinander aufteilen, Konkurrenz aus anderen Landstrichen gilt als unerwünscht. So muss man sich nicht wundern, wenn Gäste hier immer weniger hinfinden, schlechter und oftmals unfreundlicher Service und schlechtes Essen bei hohen Preisen, die nicht mit anderen, kundenorientierten Tourismusgebieten im In- und Ausland mithalten können. Als Erstes gehört wohl dazu, eine ganze Portion Gastfreundschaft und den Willen, etwas zu ändern aufzubringen, auf die Wünsche der Gäste einzugehen. Touristen sollten sich nicht fühlen, als seien sie nur Mittel zum Zweck. Dazu gehört aber auch, sein Personal gut zu behandeln und vernünftig zu bezahlen.

Wer einmal in einem griechischen Hotel den Urlaub verbrachte, weiß, dass ein fünf-Sterne Hotel dort nicht das Gleiche ist, wie ein Fünf-Sterne-Hotel in anderen europäischen Ländern. Manchmal beschleicht mich der Verdacht, Mecklenburg-Vorpommern ist das deutsche Griechenland und wird so ewig am Tropf des Soli-Fonds hängen.

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