Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Mogelpackung

26.01.2016, Maximilian Went
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Leserbriefe zum Thema »Englisches Gedudel«"
im Rostocker Blitz vom 24.01.2016

Auch für die umstrittene Musikauswahl des Radiosenders NDR 1 Radio MV gelten die Prinzipien des Rundfunkstaatsvertrages der ARD, der im Paragraf 26 u.a. eine Sicherung der Meinungsvielfalt festschreibt, in dem nämlich »die politisch bedeutsamen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Kräfte und Gruppen ... angemessen zu Worte kommen« sollen. Das gilt nach Meinung von Fachleuten auch in kutureller Hinsicht. Für einen öffentlich-rechtlichen Sender, der sich aus den Gebühren aller Haushalte finanziert, ist es im Sinne einer Argumentation um Höreranteile nicht zwingend vermittelbar, dass Einschaltquoten das wichtigste Kriterium überhaupt sind und deshalb deutschsprachige Hits laut Befragungen angeblich nicht gewünscht werden. Im Wettbewerb mit kommerziellen Radiostationen sind Eintönigkeit und inhaltliche Verarmung keinesfalls Auftrag des so genannten Heimatsenders, der unablässig mit dem Slogan »Mein Land- Mein Sender – Mein Lieblingsmix« für sich selbst wirbt. Leider erweist sich dieser Spruch als Mogelpackung, wie sich bereits nach grober Einschätzung feststellen lässt. Man kann sich nur verwundert die Augen reiben. Fast alle Musiktitel sind gefühlt aus anglo-amerikanischen Herkünften der letzten 50 Jahre. Mit Lieblingsmix für eine breite Hörergemeinde hat das wahrhaftig kaum etwas zu tun. Das ist absolute Schieflage und beschädigt Tag für Tag das Ansehen des NDR.

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