Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Mittagessen

04.12.2012, Siegfried Spantig, Hagenow

Wenn der Archäologe einen neuen, bedeutenden Fund in der Literatur vorstellt, gibt er eine Verbreitungskarte der »Familie« dieses Fundes dazu, um der Forschung zu dienen. Der Historiker, der über die DDR spricht, schreibt, ist auf beiden Augen blind für das, was sich in der Zeit jenseits dieses untergegangenen Staates ereignet hat, um der irreführenden ideologischen Beeinflussung zu dienen. Er kennt kein Bonn, kein Moskau, keinen Kalten Krieg, kein Atombombenwettrüsten. Er weiß nicht einmal, dass die Spaltung Deutschlands nach dem Krieg mit der von den Westmächten befohlenen Gründung der BRD begann, damit er nicht auf die gleichmäßige Teilung eingehen muss = 60 zu 18 Millionen, hier Stahlwerke, Steinkohlebergwerke, da eine sich aufrappelnde Braunkohle-Salz-Gesellschaft.

Aber er ist natürlich menschlich-wohlwollend und spricht von einem verunglückten Sozialismusversuch. Wie dieser zur Weltmacht werden sollte, damit er Ellenbogenfreiheit bekam, wie beispielsweise die alte BRD, das sagt er nicht. Und wir erleben es doch, ohne Wirtschaftsmacht kein Veto gegen die Finanzmärkte, die lachen nur über demokratische Bestrebungen.

Also, erst nach der Erringung besagter Ellenbogenfreiheit mit konvertierbarer Währung, kann über den DDR-Lenker aus dem Saarland geredet werden, der gern in unbekannten Gefilden bei Mittag zu Tische saß.

 

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