Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Mit Widersprüchen leben

21.03.2018, Herbert Häußer, Crivitz

Im blitz vergangener Woche erschien ein Aufruf des Schweriner Friedensbündnises; eigentlich ein toller Ansatz in der heutigen Zeit.

Sozialwissenschaftler bezeichnen die momentane Zeit als kapitalgebundenen Feudalismus.

Beispiele hierfür werden laufend veröffentlicht: Milliardäre in Russland, China, USA und Europa; Oligarchen, die sogar ein Fusballspiel mit der Pistole - so geschehen in Griechenland - zu beeinflussen versuchen; VW , Mercedes und u.a. BMW, die ihr Eigeninteresse höher bewerten als das verfassungsmäßig garantierte Grundrecht auf Gesundheit. Leider ist der Geschichtsbezug auf die untergegangene UDSSR falsch, da Gorbatschow einen demokratischen Sozialismus anstrebte und von der Selbstbestimmung der Völker als Selbstverständlichkeit ausging; selbst ein Rückbezug auf den UDSSR-Gründer Lenin liefert keinen anderen Ansatz.

Frieden setzt Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Achtung voraus. Putin jedoch will ausdrücklich im Sinne seines Kremlphilosophen Dugin ein Eurasisisches Großreich ähnlich dem Zaren von Lisabon bis Wladiwostock.

Die eben erfolgte Wahl in Russland stärkt den Autokraten Putin; ein willkommener Ansatz für weitere Propaganda und den assymetrischen kalten Krieg in der Ukraine, Syrien oder die laufende Destabilisierung der westlichen Demokratien. Der mögliche Rückbezug auf die Versprechen der USA, Nato und Kohl ist »so« kein Ansatz für ein Friedensbündnis.

Herbert Häußer, Crivitz

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.