Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Missbrauchsvorwürfe und Katholische Kirche - Teil II

11.11.2018, Rudolf Hubert, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel ""Das genügt nicht mehr" und "An sich selber glauben"-Wismarer Blitz vom 27.10.2018"
im Schweriner Blitz vom 05.11.2018

 

Ein Leserbriefschreiber meint, es sei ausschließlich die Nazizeit gewesen, die die Kirche auf den Kehrichthaufen der Geschichte befördern wollte. Es ist diese geschichtliche Ignoranz und Verdrängung, die mich bewegt, noch einmal in dieser Sache zu schreiben. Wenn heute so getan wird, als ob es die "einzig wissenschaftliche Weltanschauung des Marxismus - Leninismus" kommunistischer Ausprägung mit all ihren kirchenfeindlichen Exzessen nie gegeben hat, der stellt sich mit dieser Position außerhalb jeglichen rationalen Diskurses. Und bei aller berechtigten und notwendigen Kritik an der Kirche darf in diesem Zusammenhang eines nicht unerwähnt bleiben: Es war und ist die Katholische Kirche gewesen, die die Studie zum Missbrauch selbst in Auftrag gegeben hat. Wer dies mit dem Druck begründet, der auf der Kirche lastet, wird nicht im Unrecht sein. Doch gibt es diesen Druck nicht auch (längst) gegenüber Schulen, Sportvereinen und anderen staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen? Ein Letztes: Es gibt eine unersetzbare Rolle der Religion, weil sie erst den "aufrechten Gang" begründet. Diese Rolle wird auch nicht in Frage gestellt durch den Hinweis auf Missstände religiöser Praxis, weil es keine Idee, keine Institution gibt, die nicht missbraucht werden kann. Und wer einen Gegensatz konstruiert zwischen Selbstwertgefühl und Abhängigkeit von "himmlischen Mächten", dem sei mit Drewermann nochmals gesagt: "Wie nötig wäre Religion! Wer, wenn nicht sie, könnte den Menschen sagen, dass sie mehr sind als Übergangsgebilde im Stoffwechselhaushalt der Natur, dass sie zu schade sind, um sich ...im Wirtschaftskreislauf dubioser Kapitalverwerter zu verschleißen?" Wer, wenn nicht sie...

 

 

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