Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Mindestlöhne in MV erst 2017?

28.11.2013, Dr. Ernst-Ludwig Hischer

Die Koalition steht. Die zukünftigen Minister freuen sich auf ihre neuen Funktionen und hohen Gehälter. Aber der Mindestlohn von 8,50 Euro wird erst zum 1. Januar 2015 in Deutschland eingeführt. Außerdem können Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter in Tarifverträgen auf Branchenebene während einer zweijährigen Übergangszeit bis 31. Dezember 2016 noch Ausnahmen beibehalten. Das ist ungerecht. Warum? Die Wirtschaft boomt in Deutschland. Seit Jahren ist Deutschland Exportweltmeister. Viele Betriebe haben hohe Gewinne erzielt und dadurch hat sich der Profit der Reichen immer mehr vergrößert. Grundlage der Gewinnmaximierung ist die Wertschöpfung. Und wer hat den größten Anteil an der Wertschöpfung? … Die Arbeitnehmer und diese haben einen Anspruch auf Existenz sichernde Löhne und Gehälter, die ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Viele Arbeitnehmer erhalten solche Löhne aber nicht (Leiharbeiter, Menschen mit Werkverträgen u.a.), sie bekommen Löhne unter (manchmal weit unter) 8,50 Euro, das sind Dumping- und Hungerlöhne. Diese Löhne reichen nicht aus, um die im Produktionsprozess verbrauchte Arbeitskraft des Arbeitnehmers vollständig zu reproduzieren weder für den körperlichen Zustand (Essen, Trinken, Erholung, Gesundheit), noch für die geistigen Kräfte (Bildung, Weiterbildung) und kaum für die sozialen Belange (Gründung und Unterhalt einer Familie, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben). Was tun? Stärkung der Gewerkschaften, damit der Kampf um bessere Löhne erfolgreich geführt werden kann.

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