Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Mindestlöhne für Vorpommern-Rügen

11.11.2011, Eike Bunge, Stadtvertretervorsteher der Stadt Bergen

Es ist gut und richtig, dass im Schweriner Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU festgelegt wurde, dass öffentliche Aufträge nur an Firmen und Unternehmen vergeben werden, die einen gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Ebenfalls begrüße ich, dass in der Kooperationsvereinbarung im Landkreis Vorpommern-Rügen zwischen beiden großen Volksparteien ähnliches vereinbart wurde. Nun gilt es aber, diese Vereinbarungen in die Praxis umzusetzen.

Darum fordere ich hiermit alle Unternehmer im Landkreis Vorpommern-Rügen auf, die im Besitz eines Parteibuches einer demokratischen Partei sind, an ihre Arbeitnehmer einen Mindestlohn zu zahlen. Es wäre gut, wenn diese Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen würden, da sonst die Glaubwürdigkeit der Politik und Wirtschaft in Frage gestellt werden würde.

Ein Arbeitnehmer, der 40 Stunden die Woche in einem Job unterwegs ist, muss doch am Ende des Monats so ein Einkommen beziehen, dass er davon leben kann und nicht auf weitere staatliche Hilfen angewiesen ist. Deutschland ist in Sachen Mindestlohn schon heute ein europäischer Außenseiter. Denn in 20 von 27 EU-Ländern existiert bereits ein branchenübergreifender, universeller Mindestlohn, der per Gesetz verankert wurde.

Wenn wir die Konjunktur in Vorpommern-Rügen antreiben wollen, müssen die Menschen, die hier leben, auch entsprechende Einkommen beziehen, das sehe ich auch im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel.

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