Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Millionenfehler im Vorpommerschen Theatergutachten

29.08.2014, Manfred Butter, Stralsund

Wieviel Kunst hätte man statt einem Theatergutachten von 118.619 Euro in MV machen können? Sicher ist finanziell eine Fusion Gleichgesinnter immer günstiger, als »Wurschteln« im eigenem Saft. Demzufolge ist einer Theaterfusion des Theater Vorpommerns mit der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz unbedingt zuzustimmen. Sicher ist eine Kostenprognose bis zum Jahr 2020 dringend erforderlich, aber die Theaterkunst im Westen von MV finanziell zu begünstigen, und im Ostteil zu benachteiligen, weise ich entschieden zurück! 102 Stellen bei einer Fusion der Osttheater und Orchester zu streichen, um damit eine Kosteneinsparung von 5,8 Millionen Euro zu erzielen, halte ich gegenüber der Westtheater des Landes mit nur einer Einsparung von drei Millionen Euro bei 37 Personalstellenstreichungen für völlig ungerecht. Wenn schon Einsparung der Kosten, dann zu gleichen Teilen der Länderhälften, also 4,4 zu 4,4 Millionen Euro (5,8 + 3 = 8,8 Mio Euro durch 2 = 4,4 Mio Euro). Aber Kosteneinsparungen in der Theaterkunst sollten nicht das Essentielle sein, sondern die Erhaltung der Sparte mit seinen Künstlern. Es sollte weiterhin an den ostfusionierten Theaterhäusern soviel Musiker geben, um alle Opern, Operetten und Konzerte auch weiterhin bespielen zu können! Von den 35,8 Millionen Euro jährlichen Landeszuschüssen, die seit Jahren eingefroren sind, wurde bei der Sondersitzung der beiden Bürgerschaften Stralsund und Greifswald am 18. August zur Theater-Reform in der Stadthalle Greifswald nichts gesagt.

Würde dieser Betrag »aufgetaut« und jährlich dynamisiert, könnten sicher betriebsbedingte Kündigungen an allen Theaterhäüsern in MV ausbleiben. Um Gerechtigkeit zur Theaterkunst in MV walten zu lassen, gehört ein Gesamtgutachten für alle Theater- und Kunsteinrichtungen in Mecklenburg/Vorpommern her. Ein halbes Gutachten nur für die Theaterkunst im Osten des Landes zu erstellen, ist nur die halbe Wahrheit für Kunst und Kultur bei uns hier im Lande. Laut Medienberichten vom Wochenende soll der Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) in Schwerin herausgefunden haben, dass sich die Münchener Unternehmensberatung »Metrum« um mehr als zwei Millionen Euro im erstellten Gutachten verrechnet hat. Da frage ich mich, für was will diese Unternehmensberatung nun noch fast 120.000 Euro Aufwandsentschädigung haben? Mehr als 3.000 Euro Unkosten für ihren rechnerischen Pfusch sollte man ihnen nicht zusichern! Zu dem an alle Anwesenden der Sondersitzung in Greifswald verteilten mehrseitigen Fragenkomplex mit 67 Fragen von den Greifswalder Bürgerschaftsmitgliedern, gibt es gegenwärtig auch noch keine exakte Antwort vom Landtag Schwerin. Manfred Butter, Stralsunder Kommunalpolitiker

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.