Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Meinung zum Denkmal Karl Marx

07.03.2018, Karl Pahl, Neubrandenburg

Man kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn man liest, ob das Denkmal Karl

Marx überhaupt wieder aufgestellt werden soll und wenn ja, wie soll das geschehen,

liegend oder schwebend. Offensichtlich sind sich die gewählten Bürger, die für unsere

Stadt Verantwortung tragen, gar nicht im Klaren, wer Karl Marx ist und war.

Karl Marx ist für mich vor allem ein großer Denker, Philosoph und Ökonom. Wie kein anderer hat er die objektiven Gesetze des Kapitalismus seinerzeit analysiert und

begründet. Wären seine Forschungsergebnisse weiter entwickelt und richtig zur Anwendung gekommen, würde die Welt heute anders aussehen. Mit einem Satz gesagt: Karl Marx würde sich im Grabe umdrehen, würde er Kenntnis erlangen, was die Sowjetunion und später das sozialistische Weltsystem aus seinen Forschungen und seiner Theorie gemacht hat. Es gibt für mich überhaupt keinen Zweifel daran, dass der Sozialismus als sozialistisches Weltsystem in seiner praktischen Form untergehen musste und Gott sei Dank auch durch mutiges Handeln von Bürgern auch untergegangen ist. Erstaunlich nur, wie Menschen für die gestürzte Diktatur

"Sozialismus" Karl Marx verantwortlich machen, dass diese Gesellschaftsordnung überhaupt mal entstehen konnte. Hier kann man nur sagen: "Dümmer geht es nicht!"

Bei diesen Menschen fehlt Geschichtsbewusstsein und politische Bildung, oder ist es

gar Angst, etwas verkehrt zu machen? Ich gehöre zu denen, die Freude empfinden, dass wir heute wieder in einem vereinten Deutschland leben und in einer Demokratie. Dennoch leben wir im Kapitalismus, der heute zwar sehr sozial und sehr gut abgefedert ist und mit dem Kapitalismus des 19. und 20. Jahrhundert nichts mehr gemein hat. Dennoch ist die Welt total aus den Fugen und hieran trägt die USA eine große Schuld. Aber zurück zu Karl Marx. Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, das Denkmal wieder aufzustellen und dies nur in stehender Form. Über den Standort kann man unterschiedlicher Auffassung sein. Richtig ist nach meiner Auffassung ein zentraler Platz, was natürlich der Marktplatz ist. Auch kann man dem Vorschlag Fünfeichen folgen. Richtig ist, der Vorschlag der Stadtpräsidentin Irina Parlow, das

Karl-Marx-Jubiläum für eine Vortragsreihe um das Wirken von Karl Marx, seine

Wissenschaften und Schriften durchzuführen. Eines ist schon mal richtig im Nordkurier

dargestellt, das Karl Marx nicht gegen das Privateigentum war. Er war auch nicht gegen

Produktionsmittel in Privateigentum, wenn diese richtig eingesetzt werden. Eine Empfehlung an den Oberbürgermeister, Silvio Witt: Machen Sie sich für den Vorschlag

Ihrer Stadtpräsidentin stark. Als Stadtoberhaupt würden Sie Stärke und Können

beweisen und zugleich ihren Vorschlag, das Denkmal Karl Marx liegend zu präsentieren, um den Betrachter der Figur mit deren Geschichte zu konfrontieren und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wirken von Karl Marx zu erreichen, korrigieren.

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