Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Medienschelte

07.11.2011, Siegfried Spantig, Hagenow

... haben Mut, zeigen den Weg und bringen etwas ein, wenn sie unter anderem in der Wirtschaft tätig sind. Dafür haben leider unsere Massenmedien keinen Sinn, weil sie mit Spannung unterhalten wollen. Daher sind bei ihnen Katastrophen, Unglücke, Rechtsveletzungen und so weiter sehr beliebt und stehen immer an der ersten Stelle ihrer Meldungen. Außerdem geht ihnen nichts über die Auswalzung von Sexualdelikten.

Also, Helfer der Menschen durch breite Popularisierung von Vorreitertaten im obigen Sinne sind sie nicht. Und doch hätten wir diese Hilfe der Massenmedien nötig.

Nehmen wir das Beispiel der Stadt Prenzlau in der schönen Uckermark. Allen Versuchen, ihre Stadtwerke zu privatisieren, haben die Stadtvertreter widerstanden. Dazu stellten sie einen Betriebsleiter, einen geborenen Vorreiter, ein. Erste Tat: Nutzung der Erdwärme. Die DDR hatte vorgebohrt. Nun wurde hinunter bis auf 2.786 Meter getrieben und die Sache klappte: Heizung für über 500 Haushalte. Zweites Vorhaben: ein Klärwerk, das auch Strom und Wärme erzeugt. Dann das Hybridkraftwerk und so weiter. 2008 stieg die Stadt ins Stromgeschäft ein. Viele schöne Taler rollen seitdem in das Säckel der Stadt.

In Mecklenburg-Vorpommern könnte jede Landstadt so dastehen, wie gesagt, die Massenmedien rütteln dazu nicht auf – weil eben Katastrophen spannender sind, Vorreiterrollen nicht so sehr.

 

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