Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Mediales Trainingsschießen

14.03.2018, Wolfgang Mengel, Stralsund

Mediales Trainingsschießen

Zielvorgabe: Russland. Ein Grundsatz unseres Rechtssystems lautet: Solange nicht eindeutige Beweise gegen den Angeklagten, die ihn eindeutig seiner Tat überführen, vorliegen, gilt die Unschuldsvermutung. Hat dieses Prinzip für die Politik keine Gültigkeit? Offensichtlich nicht. Da wird Russland Einmischung in die Wahlen in den USA und Frankreich vorgeworfen, es soll den Doppelagenten und seine Tochter mit Nervengift umgebracht haben, aber überall heißt es nur, „…es kann sein, dass…“, „ …es ist wahrscheinlich, dass…“, „…es muss angenommen werden, dass….“. Keiner legt eindeutige Beweise für die Täterschaft Russlands vor, aber es ist selbstverständlich, dass Russland da seine Hände im Spiel hat. Große Artikel in den Printmedien gegen das Land und Putin, ARTE widmete der Thematik gestern einen ganzen Themenabend, um die Schuld Russlands nachzuweisen, aber Sendungen, die ein etwas anderes Bild zeichnen (ARD, Mo., 12.03.18, Der Traum vom guten Leben-Russland vor der Wahl), werden erst so spät gesendet (22.45 Uhr), dass sie kaum noch jemand sieht, da man ja (normalerweise) wieder früh aufstehen muss. Z.Zt. scheint es nur noch einen einzigen Schuldigen zu geben, der das Weltklima versaut. Russland darf die Fußball-WM ausrichten, die Präsidentschaftswahlen stehen bevor, da muss vorher nochmals ordentlich Gegenstimmung erzeugt werden. Es gibt einen weiteren zu beachtenden Grundsatz: Wenn Tausende das Gleiche behaupten, muss dies noch lange nicht die Wahrheit sein!

Wolfgang Mengel, Stralsund

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.