Mecklenburger Blitz Verlag

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May und Trump rütteln an den Festen Europas

17.01.2017, Wolfgang Mengel, Stralsund

Trump ist zwar noch nicht Präsident, aber jetzt schon wird jedes gesagte Wort in Europa zerfetzt. Es ist scheinbar die Angst, dass bisherige gewohnte Strukturen aufgebrochen werden und der Vorsager fehlt. Ich persönlich brauche weder die USA (wir können gerne Handel treiben) als politischen Vordenker oder Schutzmacht noch die NATO, die absolut nicht mehr ins gegenwärtige Bild passt und nur mehr Unfrieden (Panzer und Soldaten an deutsch-polnischer Grenze) als Beruhigung bringt. Hier haben die bei der NATO Beschäftigten mehr Angst um ihre Arbeitsplätze als dass sie den eigentlichen Sinn ihrer Organisation in Frage stellen. Es wäre sehr gut, wenn Trump einige entscheidende Dinge wieder vom Kopf auf die Füße stellt. Es wird Zeit! Und die von Frau May angeführten 12 Punkte für den harten Brexit sind ebenfalls sehr verständlich. Wenn GB sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen will, warum können wir das nicht auch? Es geht nicht darum, westliche Werte und westliches Verständnis von Demokratie ungefiltert auf andere zu übertragen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Gegenseitiger Handel ist eine ganz wichtige Voraussetzung für das Verständnis und das Leben der Völker untereinander und das gegenseitige Näherbringen der jeweiligen Kultur zum Kennenlernen und Vergleichen, um letztlich Schlussfolgerungen für das eigene Handeln und die eigene Lebensweise zu ziehen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden können. Die ganze unliebsame Problematik in den internationalen Beziehungen hat doch ihre entscheidende Ursache in der Einmischung der Politiker in die Angelegenheiten des anderen. Zu dieser Einmischung sind die Politiker aber (auch durch Wahl) nicht legitimiert, jedenfalls nicht von mir. Die Politiker sollen vor ihrer eigenen Haustüre kehren, da haben sie genug zu tun. Und erst wenn es dort ganz sauber ist, könnten sie ja mal auch einen Blick auf das Nachbargrundstück werfen. Ob dann Kritik angebracht ist, sei immer noch dahin gestellt. Hilfestellung ist gut und angebracht, aber sie sollte grundsätzlich erst mal uneigennützig und nicht an harte Bandagen gebunden sein.

Wolfgang Mengel, Stralsund

 

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