Mecklenburger Blitz Verlag

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May beschuldigt Moskau

14.03.2018, Udo Lang, Prohn

May beschuldigt Moskau

Zum Beitrag in der OZ vom 13.03.18

Sofort nach Bekanntwerden des Giftgasanschlages in England an einem russischen Doppelagenten stand für die gesamte westliche Welt ohne jeden Beweis fest: Das kann nur Moskau gewesen sein! Ganz schnell hatte man auch die Konsequenzen zur Hand: Neue Sanktionen gegen Russland, Boykott der Fußball-WM, Ausweisung russischer Diplomaten, Einziehen russischer Vermögen in den westlichen Ländern u.s.w. Das Angebot Russlands, bei der Aufklärung Unterstützung zu leisten, lehnt man ab. Dafür wurden die EU, die USA und die NATO aufgefordert, England bei seinen Maßnahmen zu unterstützen. Frau Merkel, Herr Trump und Herr Stoltenberg von der NATO haben ihre Unterstützung bereits zugesagt.

Ist bisher keiner auf die Idee gekommen, auch Gegner Russlands zu verdächtigen? Wer hat ein Interesse, Russland mit Negativschlagzeilen zu schaden? Traut man Russland so wenig diplomatisches Geschick zu, gerade jetzt vor der Fußball-WM und der Präsidentenwahl die Welt mit solchem Anschlag zu brüskieren? Ohne irgendwelche Beweise werden Behauptungen aufgestellt und so lange wiederholt, bis man meint, was lange genug behauptet wird, wird irgendwann zur Wahrheit. So sehr dieser furchtbare Anschlag zu verurteilen ist, so sehr ist es auch geboten, die wahren Verursacher des Attentats mit ausreichend Beweisen zu überführen.

Udo Lang, Prohn

 

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