Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Macron: "NATO hirntot"

04.12.2019, Wolfgang Mengel, Stralsund

Die NATO hat wahrlich keinen Grund, in Feierlaune zu sein. Sie ist längst nicht mehr das, was sie bei ihrer Gründung vorgab, sein zu wollen. Nach dem Ende des 2. WK galt bei den US-dominierten Westalliierten die Maxime: „USA drinnen, Russland draußen und Deutschland unten halten.“ Aus westlicher Sichtweise ist es nachvollziehbar, dass die Stalinschen Vorschläge zu einem neuen einheitlichen Deutschland abgelehnt wurden, da man nicht bereit war, betr. des Charakters eines neuen deutschen Staates ihm Zugeständnisse zu machen. Hauptziel war es, die Sowjetunion und den Ostblock zu zerstören. Daran hat die NATO einen erheblichen Anteil, hat sie doch das Wettrüsten mit befeuert. Nach dem Zerfall des Warschauer Vertrages kehrt auch die NATO als verlängerter Arm geostrategischer US- und EU-(Rohstoff-) Interessen ihren wahren Charakter heraus. Nachdem man Russland und den internationalen Terror, den man ja durch seine arrogante Politik an der eigenen Brust großzog, als neue Feinde auserkoren hat, wird China nun in das Feindbild mit einbezogen. Die Reaktionen Chinas sind nur zu verständlich, wenn sie sehen, welchem Rüstungswahn der Westen unterliegt. Und die Kritik an der gegenwärtigen Politik des Westens besteht darin, dass dieser es ablehnt, sich auch nur einmal in die Lage des „Gegners“ zu versetzen. AKK (CDU): „Die militärische Mission ist die notwendige Voraussetzung für eine politische Lösung.“ So hat noch niemand das Militärische in den Vordergrund und den Himmel gehoben, und das von der Vorsitzenden einer christlichen Partei! Soll jetzt mit militärischer Erpressung Politik gemacht werden? Egon Bahr (SPD) würde sich im Grabe rumdrehen, hätte er Kenntnis von der gegenwärtigen deutschen sog. „Verteidigungs-" und Außenpolitik! Die BMfV hat erneut das Afghanistanmandat der Bundeswehr verlängert, natürlich, man muss so lange dort bleiben, bis das Land nach der Pfeife des Westens tanzt. Aus der Geschichte, vor allem im Umgang mit Russland, absolut nichts gelernt. Hat Deutschland seine Schuld aus zwei Weltkriegen nach über 70 Jahren vollends vergessen? In dieser Richtung sehr zu empfehlen: Adelheid Bahr, Herausgeb.): „Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen.“ Macron hat mit seiner NATO-Version nicht unrecht!

Wolfgang Mengel, Stralsund

 

Hier können Sie Ihre Leserbriefe online aufgeben

Bitte beachten Sie, dass wir uns das Recht vorbehalten, im Falle des Abdruckens in der Zeitung, Textpassagen zu kürzen oder nachträglich zu ändern.