Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Linke Geschichte

08.04.2011, Dr. Hans Bomke

Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin und dessen Generalintendant war kürzlich massiver Kritik seitens des Fraktionsvorsitzenden der Unabhängigen Bürger ausgesetzt. Hierzu gibt es aus meiner Sicht folgendes zu bemerken: wenn es Innerbetriebs-Mängel gibt (wo eigentlich nicht?), so sind sie dort zu klären und abzustellen. Aber dem Interview ist vor allem eines zu entnehmen: der Versuch der Demontage des Generalintendanten. Als »ausgebrannt« wird er bezeichnet und das Theater befände sich »auf seinem langen Marsch in die Lethargie.« Dies einem verdienstvollen Theatermann, der z.B. mit der beliebten Theater-Theken-Nacht frischen Wind in die Inennstadt brachte, jetzt mit großen Engagement die »Freischütz«-Aufführung vorbereitet! Dass darin ein der Linkspartei angehöriger Schauspieler mitwirken wird, könnte evtl. Zuschauer »verschrecken«, meint der UB-Fraktionschef. Ihm scheint entgangen zu sein, dass so großartige Schauspieler wie Erwin Geschonneck und Otto Mellies ebenfalls Mitglieder der linken Partei waren bzw. sind. Sie waren Spitzenkräfte. Auch ich war nicht mit allen Theateraufführungen einverstanden, so z.B. mit dem Schauspiel »Abflug« von Stella Feehily im E-Werk vor fünf Jahren in einer teilweisen unerträglichen Gassen-Sprache. Ansonsten aber besuche ich gern das Schweriner Theater und gehe davon aus, daß es noch lange vom jetzigen Generalintendanten geführt wird, sowie unsachlichen Angriffen gegen ihn die gebührende Abfuhr erteilt wird.

 

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