Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Lieber Herr Statzkowski

04.11.2019, Haiko Hoffmann, Schwerin
Dieser Brief bezieht sich auf den Artikel "Werter Herr Hoffmann"
im Rostocker Blitz vom 01.11.2019

Auch ich respektiere Ihre Meinungen, wenn auch ich diese nicht teilen muss. Das ist auch gut so. Und das gilt natürlich auch umgekehrt. Ich nehme Ihre Entschuldigung gerne an.

Es ist eben nur so, dass ich zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Probleme versuche zu entschuldigen oder abzuschwächen. Da missverstehen Sie mich grundsätzlich. Was ich versuche ist lediglich, meine Sicht dazulegen, die anders sein mag, als die Ihre. Das ist legitim, wie ich finde. Und wenn ich der Meinung bin, dass etwas übertrieben dargestellt wird oder aus meiner Sicht falsch oder anderweitig fraglich ist, dann sage ich das. Damit müssen Sie nicht einverstanden sein. Meine Freiheit besteht ja darin, dies zu tun und dieses zu dürfen. Das gilt auch für Sie. Wenn z.B. jemand meine Religion beurteilt, dann geschieht das logischerweise von einem Außenstehenden. Auch das ist okay. Und wenn dann eine Meinung dazu aus meiner Position als Insider nicht richtig ist, dann sage ich das. Und auch das sollte gut sein so. Denn man möge bitte nicht ganz außer Acht lassen, dass jemand, der in und mit seiner Religion bzw. Weltanschauung lebt, diese wahrscheinlich besser kennen dürfte, als derjenige, der weder in ihr noch mit ihr lebt. … Worum es mir nur geht ist, miteinander in dieser anderen Meinung respektiert zu werden. Ich würde mir niemals anmaßen, von jemandem zu verlangen, meiner Meinung zu sein. Und umgekehrt wäre es genauso schön, dass ich nicht jemandes Meinung teilen muss und der Respekt gegenüber dem anderen dennoch bleibt. Die sachliche Ebene ist hier immer besser als die emotionale, welche uns sicher in die Irre führen könnte. Das fängt also schon mit der Sprache an, welche bei vielen Leuten heute nur noch Keule und nicht mehr Feile ist. Begegnet man mir höflich und respektvoll, ohne Hinterlist, ohne Sarkasmus, geradeaus und anständig, dann kann der andere dasselbe von mir erwarten. Ich wäre sonst der letzte Schuft, der solches verlangen dürfte.

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