Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Leserbrief zum Jahreswechsel

28.12.2017, Carsten Hanke, Lambrechtshagen

Alle Jahre wieder werden die Bürger dieses Landes zur Weihnachtszeit auf verschiedenste Art und Weise mit den unterschiedlichsten Spendenaufrufen regelrecht bombardiert. Ob es die Aktion »Brot für die Welt« oder »Hand in Hand für Norddeutschland« ist, macht nicht den Unterschied, alle Spendenaufrufe haben ihre Berechtigung, sind notwendig.

Unter den seit Jahrzehnten mit »internationalem Charakter« existierenden Spendenaufrufen, fallen doch seit 1990 jene landesspezifischen Spendenaufrufe oder gar die zunehmenden Volksinitiativen besonders auf, wie z. B. der aktuellen »Kinder-und Jugendarmut wirksam begegnen – chancengleiche Entwicklung für alle«. Sind diese berechtigten wie dringend notwendigen Spendenaufrufe und Volksinitiativen nicht Ausdruck dieser sozial ungerechten Gesellschaft, in der wir leben? Warum versagt diese »soziale Marktwirtschaft«, wenn es Millionen Bedürftige Menschen in diesem Lande gibt? Alle diese Fragen werden bei ihrer Beantwortung viele Erkenntnisse bringen, aber gleichzeitig auch Folgendes offenbaren, was so manchem älteren Bürger vertraut vorkommen wird, und zwar, dass soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit für alle eine Errungenschaft in der DDR war. Es sei daran erinnert, trotz mancher kritikwürdigen Erscheinung, gab es aber keine Arbeitslosigkeit, keine Obdachlosigkeit, keine Kinderarmut, keine Altersarmut, kein Zweiklassen-Gesundheitswesen, keine Abzocker, kein Geschäft mit der Angst der Menschen, keine Diskriminierung der Frau, keine Schuldenfalle, keine Kredithaie, keinen Mietwucher und Miethaie, keine Amokläufe an Schulen, keinen Sensations- und Hysteriejournalismus, keine Nazi-Parteien und revanchistische Vereinigungen, keine Wehrmachtstraditionsverbände, kein Weihnachtsmarktattentat, keine islamische Terrorgefahr u.v.m.

Dieses war nur möglich, weil es ein Gesellschaftssystem war, in dem der Mensch im Mittelpunkt der Politik stand und nicht das Machtstreben nach Profit. Es war eine Gesellschaft, in der internationale Solidarität und der Kampf für den Erhalt des Friedens das Markenzeichen war und nicht die militärischen Einsätze im Ausland.

Über diese Zusammenhänge sollte man nicht nur in der besinnlichen Weihnachtszeit nachdenken, sondern daraus auch gleich die notwendigen guten Vorsätze 2018 in die Tat umsetzen. Es wäre doch schon ein Riesenerfolg, wenn wir diese Spendenaufrufe nicht mehr bräuchten.

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