Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Lenin-Denkmal in Schwerin

04.08.2014, Dr. Hans Bomke, Schwerin

Solange es niemand schafft, das Schweriner Lenin-Denkmal vor Beschmierungen und anderem Vandalismus zu schützen, es außerdem keinerlei Bezug auf diese Stadt besitzt, bin ich für seine ordnungsgemäße Ausstellung in einem Museum. Es stellt kein »Mahnmal« dar, sondern versinnbildlicht den Versuch des Aufbaus einer klassenlosen Gesellschaft. Dieser ist in Europa gescheitert. Deswegen hat jedoch keiner das Recht, Lenin mit Ausdrücken wie »Kriegstreiber« und »gegen die eigene Bevölkerung« zu verbinden, wie es unlängst in der Presse geschah. Dazu dieser Hinweis: Nach der Oktoberrevolution 1917 machte die Sowjetregierung ein Friedensangebot an alle kriegführenden Länder, das von der Entente abgelehnt wurde. Deutschland jedoch ging auf das Waffenstillstandsangebot ein, um den Zweifrontenkrieg zu beenden und diktierte dem geschwächten Rußland den Frieden von Brest-Litowsk vom 3.3.1918. Trotzdem setzte das deutsche Herr den Vormarsch bis zum Kaukasus fort. Als Vorwand dafür diente die entgegen den Weisungen Lenins erfolgte Ablehnung des Friedens durch den Lenin-Gegner Trotzki. Die heute noch anzutreffende Diffamierung Lenins als angeblichen »Kriegstreiber« zeugt nur von mangelhaften Geschichtskenntnissen. Das »Dekret über den Frieden« geht auf Lenin zurück.

Dr. Hans Bomke, Schwerin

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