Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Lebensmittelvernichtung

08.10.2014, R. Liermann, Bad Doberan

Im Ergebnis der Ukrainepolitik hat die EU auf Druck der USA gegen Russland Sanktionen beschlossen, die von Russland erwidert wurden. So hat Russland für bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU am 7. August 2014 ein Importstopp verhängt. Für diese Erzeugnisse, die von Russland nicht abgenommen werden, stellt nun die EU aus Steuergeldern Beihilfen in Höhe von 165 Millionen Euro für die vom Importstopp betroffenen Produzenten zur Verfügung. Jetzt sollte man annehmen, dass die Erzeugerpreise dieser Lebensmittel gesenkt werden, damit die Steuerzahler der EU im Gegenzug zu der Finanzierung der Beihilfen verbilligte Lebensmittel kaufen können. Sollte man annehmen. Tatsächlich sind diese Beihilfen für die Kompostierung, d.h. für die Vernichtung dieser Lebensmittel vorgesehen um die Preise »stabil zu halten«. Der Steuerzahler zahlt die Beihilfen für die Vernichtung dieser Lebensmittel und gleichzeitig die, mit dieser Vernichtung einhergehenden Verknappung, die hohen Erzeugerpreise. Es ist schon pervers, dass in der Welt Menschen Hungers sterben und in der EU werden Lebensmittel mit Steuergelder vernichtet, anstatt sie an Bedürftige zu verteilen. Davon gibt es in der EU mehr als genug. Bezahlt werden sie ja. Welche humanistischen Wertvorstellungen bilden die Grundlage für die Politik der EU und der gesamten in der EU vertretenen Staaten mit ihren Regierungen? Ist Profit wichtiger als Menschlichkeit, als Leben? Ist die christliche Nächstenliebe nur ein Lippenbekenntnis?

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