Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Landtagswahlen am 13. März

22.03.2016, Helmut Kurzmann, Görslow

Da verlieren alle etablierten Parteien an Wählern, aber die Parteichefs feiern sich alle als Sieger. Die Grünen sind stärkste Partei in Baden-Württemberg, die SPD in Rheinland-Pfalz und die CDU in Sachsen-Anhalt. Dass die SPD in Sachsen-Anhalt nur 10,6 Prozent erhielt, wird nur knapp am Rande erwähnt und die SPD auch weiterhin als Volkspartei bezeichnet. Die AfD als echte Wahlsiegerin wird von allen anderen Parteien ignoriert und als rechtspopulistisch bezeichnet. Ihre Wähler werden als »Rechte« verunglimpft, aber wenn 24,2 Prozent der Wähler in Sachsen-Anhalt die AfD wählen, dann sind garantiert nicht alle rechts eingestellt. In Baden-Württemberg hat sie 15,1 Prozent und in Rheinland-Pfalz 12,6 Prozent der Stimmen bekommen. Das sind garantiert nicht alles nur rechte Wähler. Da müssen doch die alten Parteien Verschiedenes falsch gemacht haben, wenn so viele Wähler zu AfD wandern. Man sollte die Schuld nicht immer nur bei dem Wähler suchen.

Es gibt eine Politikverdrossenheit gegenüber den alten Parteien und man darf nicht alles als Rechtsrutsch abtun. Denn auch von den Linken gingen viele Wähler zur AfD. Eigentlich müssten da bei allen Politikern die Alarmglocken schrillen, aber ich glaube die sind alle so von sich eingenommen, dass sie so etwas gar nicht merken wollen, sonst müssten sie Fehler bei sich suchen und das machen Politiker sehr selten. Anstatt ernsthaft darüber nachzuforschen, warum die aktuelle Politik in der Wählergunst so jämmerlich versagte, betreiben fast alle etablierten Parteien politische Selbstbefriedigung. Die AfD hat auf alle Fälle viele Nichtwähler neu mobilisiert, das muss doch seinen Grund haben. Darüber sollten alle Politiker einmal so richtig nachdenken.

Helmut Kurzmann, Görslow

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