Mecklenburger Blitz Verlag

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Kurabgabe in Sellin

22.06.2018, Peter Ahrend, Sellin

Die neue Höhe der Kurabgabe ist nicht zu verstehen. Ganzjährig einen Betrag von 2,70 Euro für Erwachsene, Kinder ab zwölf Jahren 2 Euro und pro Hund 0,85 Euro. Was ist mit Arbeitslosen, Rentnern und mit Schwerbehinderten ab einen Grad von 50 Prozent?

Fallen diese Bürger durch das Raster des Tourismusausschusses und der Gemeindeverwaltung? Weshalb soll der Gast, welcher in Sellin Urlaub macht, Nachteile in der Vor-und Nachsaison erfahren. Der Urlauber bestimmt doch sein Reisedatum selbst. Wenn er den Frühling erleben möchte, kommt er in der Vorsaison, möchte er aber den goldenen Herbst erleben, dann kommt er in der Nachsaison. Ganzjährig Veranstaltungen anbieten und auch noch die Bäderbahn und Ortsbusse einsetzen ist paradox. Wenn im Januar und Februar Winterwetter mit viel Schnee herrscht, dann können beide Unternehmen nicht fahren, schon gar nicht in die Ortsteile.

Herr Tourismusauschussvorsitzender, wie wollen Sie, Zitat: »Wir müssen die Leistungen, die wir bislang von Mai bis Oktober anboten nun ganzjährig erbringen«, dieses in die Praxis umsetzen? Dann noch alle halbe Jahre dem Wohnungsgeber den Verwaltungsaufwand in Rechnung stellen, wegen der elektronischen Kurkarte. Ein sehr hoher Verwaltungsaufwand für die Kurverwaltung!? Die Kurverwaltung bietet jetzt von Mai bis Oktober Veranstaltungen an, welche nicht auf hohem Niveau sind. So gibt es im Monat Mai nur Fitness/Sport in dem Veranstaltungskalender: Am meisten werden Pilates , Zumba und Yoga am Hauptstrand angeboten. Hinzu kommen Waldkräuterführungen, Nordic Walking, Lesungen und ein Dorffest. Es gibt keine Folklore-Veranstaltungen, keine Tanzabende, keine Brauchtumsveranstaltungen, für die jüngeren Gäste keine Disco, ebenso ist nicht ein maritimer Abend in dem Veranstaltungskalender. Die Urlauber und natürlich auch die Einheimischen möchten eine Vielzahl an bunten Veranstaltungen erleben.

Wenn ich diesen für Mai und Juni lese, dann würde ich als Urlauber denken, bin ich hier in der Reha oder machen in diesem Ostseebad nur Senioren Urlaub? Und dieses für 2,70 Euro pro Tag und im ganzen Jahr.

Werte Kommunalvertreter, wachen Sie auf und schauen Sie mal weiter über den Tellerrand.

Eine Dienstreise nach Schleswig-Holstein sollten Sie mal anstreben, dann werden Sie erleben, wie es in anderen Ostseebäder funktioniert.

Oder machen Sie doch mal einen Abstecher nach Österreich, Südtirol oder nach Bayern und schauen sich in den Tourismusgebieten um, da gibt es nach wie vor eine Vor,-Haupt-und Nachsaison. Und hier erlebt der Urlauber, egal zu welcher Zeit bunte und vielfältige Programme. Peter Ahrend, Sellin

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