Mecklenburger Blitz Verlag

Das Anzeigenblatt für Mecklenburg-Vorpommern

Kirschbaum rücksichtslos gefällt

12.03.2020, Barbara Linkis, 18119 Diedrichshagen

Kirschbaum am Soll rücksichtslos gefällt am 03.03.2020

Es grenzt an Respektlosigkeit gegenüber der Natur und dem Eigentümer.

Wir sind so stolz auf unser kleines Fleckchen Erde, wo Flora und Fauna gepflegt und beachtet und geschützt werden.

Der Kirschbaum brachte nicht nur uns, sondern auch Kindern, die uns wegen der Hunde besuchten, mit seinem reichen Ertrag dieser köstlichen Früchte eine wahre Gaumenfreude.

Aber was uns besonders wichtig war!

Wir freuten uns schon auf die zauberhafte Blütenpracht, die nicht nur uns erfreute, sondern für die Insekten ein Eldorado war.

Durch die Sendetürme und die schadstoffbelasteten Felder und Wiesen wird nachweislich immer häufiger ein Insektensterben hervorgerufen, so dass uns jeder Baum und jede Pflanze von großer Bedeutung zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichtes und zur Erhaltung der Natur und des Tierreiches wichtig ist.

Alles ist nun durch unbesonnenes Handeln zerstört.

Wegen einer defekten Rohrleitung, die angeblich durch die Wurzeln des Baumes führt, musste der Kirschbaum weichen. Weder mit einer Infrarotkamera, noch mit vorsichtigen Grabungen wurde ermittelt, ob die Rohrleitung unter dem Kirschbaum liegt. Es war nur reine Spekulation. Der Kirschbaum ist ein Flachwurzler. Mit Beratung von Baumexperten ist es mehrmals gelungen Bäume vor der Vernichtung zu retten.

Verwerflich ist, dass ich noch nicht einmal als verantwortlicher für das Grundstück und deren Baumbestand in Kenntnis gesetzt wurde. Rücksichtslos ging man damit am 03.03. des Jahres vor, obwohl ab 01.03. Baumfällungen wegen des Nestbaus bzw. Vogelschutzes verboten sind.

Dem Verantwortlichen, der den Auftrag zum Fällen des Kirschbaumes gab, tat es sichtlich leid. Er gab ehrlichen Herzens zu, es versäumt zu haben, mich über das Vorhaben des Fällens auf meinem Grundstück zu informieren.

Naturschutz bedeutet Menschenschutz und sogleich auch Klimaschutz! Es ist ein Kreislauf, der nicht durch Menschenhand für wirtschaftliche Interessen zerstört werden kann.

Es ist ein schwacher Trost, dass der Verantwortliche einen neuen Kirschbaum pflanzen will.

Es dauert viele Jahre bis der Baum eine entsprechende Blütenpracht für die Insekten entfalte und er wieder Früchte trägt.

In diesem Sinne bitten wir die Verantwortlichen des Grünamtes sensibler mit der Fällung von Bäumen umzugehen – auch im Sinne des Klimaschutzes, der Insekten und der Vogelwelt, die immer mehr schrumpft und viele Arten leider schon ausgestorben sind.

Unterstützen Sie die sinnvolle Naturschutzarbeit der Rechtanwaltsfamilie Dr. Boog und deren Helfer. Zum Schmerz vieler Anwohner der Sternberger Straße mussten Bäume in Richtung Groß Kleiner Weg weichen, die für die Vögel eine Brutstätte waren und ein Refugium, wo sogar noch eine Nachtigall sang.

Wir appellieren auch an unsere Politiker dem Naturschutz mehr Bedeutung beizumessen – auch um die Menschheit vor Umweltgiften und schädlichen Strahlen zu schützen.

Barbara Linkis

Tiere in Not Warnemünde e.V.

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